Die Lage auf dem Gleiskorridor zwischen München und Rosenheim wird für Pendler immer verzweifelter. Der Druck auf die Bayerische Regiobahn (BRB) steigt, da Baustellen und Informationsschwierigkeiten den Zugbetrieb stark beeinträchtigen. Wie Merkur berichtet, äußert sich BRB-Chef Arnulf Schuchmann besorgt über die Zukunft des Zugbetriebs. Das Unternehmen stehe vor der Herausforderung, den Service aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig mehrere Baustellen seit dem 14. November 2025 in Betrieb sind, ohne dass die BRB rechtzeitig darüber informiert wurde.

Pendler aus Aßling und Grafing-Bahnhof nach München oder Rosenheim spüren die Auswirkungen dieser Situation hautnah. Verspätungen sind zum Alltag geworden, und die Planungen der BRB leiden unter ungenauen Verkehrszeiten, was die Zuverlässigkeit der Züge ganz schön belastet. Die digitale Infrastruktur der Deutschen Bahn, die sich nur alle paar Tage aktualisiert, tut ihr Übriges, um die Informationsverbreitung zu erschweren. Zudem verweist die BRB auf ihre eigenen Informationskanäle, unter anderem ihre Webseite und WhatsApp, um Pendler über Änderungen zu informieren.

Sanierung der Schieneninfrastruktur

Doch das Problem erstreckt sich über Köln hinaus. Die Deutsche Bahn hat erkannt, dass das Schienennetz marode und überlastet ist. Die allerletzten Anzeichen weisen darauf hin, dass die Sanierung der Infrastruktur höchste Priorität hat. Laut Tagesschau ist eine umfangreiche Generalsanierung weiterer wichtiger Strecken auf dem Schienenetz geplant, die allerdings bis 2036 abgeschlossen sein soll – ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Diese Sanierungsmaßnahmen umfassen mehr als 40 stark frequentierte Strecken und nehmen mindestens fünf Jahre in Anspruch.

Ein zentrales Konzept der Schieneninfrastruktur ist die Generalsanierung des Korridors zwischen München und Rosenheim, die für 2028 eingeplant ist. Dafür wird eine mehrmonatige Vollsperrung notwendig sein, was Pendler vor neue Herausforderungen stellen wird. Während der Bund mehrere Milliarden Euro in die Sanierung investiert, bleibt die Frage, ob die versprochenen Verbesserungen auch tatsächlich eintreten.

Das große Sanierungsprogram der Deutschen Bahn

Um die Situation nachhaltig zu verbessern, hat die Deutsche Bahn ein umfangreiches Sanierungsprogramm angekündigt, das bis 2027 in drei Dimensionen greift: die Sanierung der Infrastruktur, des Eisenbahnbetriebs und die Steigerung der Wirtschaftlichkeit. Wie der Deutschen Bahn zu entnehmen ist, soll bis 2027 die Leistungsfähigkeit der Schiene wiederhergestellt werden, um pünktlichere und verlässlichere Verbindungen anzubieten.

Das Programm ist ambitioniert, mit Zielen wie der Senkung der infrastrukturbedingten Verspätungen um 20% und einer Pünktlichkeit im Fernverkehr zwischen 75 und 80%. Auch der operative Gewinn soll auf zwei Milliarden Euro gesteigert werden. Es bleibt abzuwarten, ob diese Vorhaben die erhoffte Entlastung für die Pendler bringen werden und die Zugstrecken in naher Zukunft wieder zu einem verlässlichen Verkehrsmittel werden.