Was für eine bewegende Geschichte, die uns die heute 90-jährige Gertrud Ferrari aus Ingolstadt erzählt! In ihrer Kindheit verbrachte sie viel Zeit bei ihrem Onkel, dem berühmten Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkrieges 1200 Jüdinnen und Juden in seiner Emaillefabrik vor den Nazis schützte. Durch den Hollywood-Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg erlangte er weltweite Berühmtheit. Ein einfacher Mann, der etwas Großes bewirkte.

Gertrud erinnert sich an ihre Zeit in Krakau und die Zeit in Brünnlitz, wo Oskar und seine Frau Emilie lebten. Diese Erinnerungen haben ihr Leben geprägt. Viele Menschen wissen um die Taten von Schindler, doch Gertrud wusste lange Zeit nichts von der berühmten Liste der geretteten Menschen, die er compiled hat. Ihre Erzählungen sind ein lebendiges Zeugnis aus einer Vergangenheit, die uns alle betrifft.

Eine Flucht und die Rückkehr zu den Wurzeln

Nach dem Krieg flüchtete Gertrud mit ihrer Familie aus Schönhengstgau, das damals zu Böhmen und Mähren gehörte, nach Furth im Wald, welches heute zum Kreis Cham gehört. Später zog die Familie nach Adelschlag im Kreis Eichstätt. Oskar Schindler traf Gertrud später in Regensburg, bevor er und Emilie nach Argentinien auswanderten, wo sie versuchten, ein neues Leben aufzubauen.

Wie es das Schicksal wollte, wanderte Gertrud selbst viele Jahre nach Italien aus, wo sie ihren Mann kennengelernt hat. Heute lebt sie in einem Seniorenheim in Ingolstadt und bringt mit ihren Erinnerungen Licht in die düstere Zeit der Geschichte.

Oskars bemerkenswerte Lebensgeschichte

Schindler, geboren am 28. April 1908 in Zwittau, war ein deutscher Industrieller, der ursprünglich Mitglied der NSDAP war. Er gründete 1939 eine Emaillefabrik in Krakau, die zu einem sicheren Hafen für viele jüdische Arbeiter wurde. Er hatte das Gespür und die Mittel, um diese Menschen vor deportationen zu bewahren und verwendete sogar Bestechungsgelder, um sie vor dem sicheren Tod zu schützen.

Durch geschickte Manöver und viel persönliche Gefahr schaffte es Schindler, seine Arbeiter zu retten. Nachdem die Gaskammern von Auschwitz drohten, lautete sein nächster Schritte, die Fabrik im Oktober 1944 nach Brünnlitz zu verlegen. Dort sorgte er dafür, dass die 1200 Jüdinnen und Juden sicher waren, indem er ihnen Jobs gab und für ihre Lebensbedingungen sorgte. Am Ende des Krieges hatte er seine gesamte Vermögen für diese guten Taten eingesetzt.

Sein Lebensweg führte ihn nach dem Krieg zurück nach Deutschland, wo er von jenen unterstützt wurde, die er gerettet hatte. Später emigrierte er mit Emilie nach Argentinien, wo sie versuchten, als Bauern durchzustarten, aber scheiterten. Oskar Schindler starb am 9. Oktober 1974 und wurde auf dem Ölberg in Jerusalem beigesetzt. 1993 wurde er posthum von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Demnächst wird ein detaillierter Bericht über Gertrud Ferrari und ihre Verbindung zu Oskar Schindler erscheinen, das die Menschen in der Region erneut an die Prinzipien des Mitgefühls und des menschlichen Mutes erinnert, die so wichtig sind.

Für weitere interessante Details über Oskar Schindler und sein Vermächtnis, werfen Sie einen Blick auf die Berichterstattung von mittelbayerische.de sowie die umfassenden Informationen auf Wikipedia.