In Geretsried tut sich was: Am Mittwochabend wurde Patrik Kohlert als Bürgermeisterkandidat der Geretsrieder Liste (GL) nominiert. In einem einstimmigen Votum erhielt er 22 Ja-Stimmen von den anwesenden Stimmberechtigten. Der 40-Jährige ist kein Unbekannter in der Kommunalpolitik: Er bringt Erfahrung als Verwaltungsfachwirt sowie als Bauamtsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Gemeinde Baierbrunn mit.

Kohlert hat klare Vorstellungen für die Zukunft von Geretsried. Schwerpunkt seiner politischen Agenda liegt auf der Verbesserung der Kinderbetreuung und Bildung. Besonders wichtig sind ihm kleine Kindertagesstätten und mehr Angebote für Jugendliche. Zudem spricht er sich für die Einführung eines Streetworkers aus, der in enger Kooperation mit dem Trägerverein für Jugend- und Sozialarbeit arbeiten soll. „Wir brauchen ein noch bürgerfreundlicheres Rathaus und ein angenehmeres Arbeitsklima“, so Kohlert.

Wichtige Themen für die Stadt

Seine politischen Ziele sind ambitioniert, aber gut durchdacht. Kohlert setzt sich für ein einheitliches Verkehrskonzept ein und fordert sichere Radwege. „Wachstum mit Maß“ ist sein Motto, wobei er eine strikte Trennung von Wohn- und Gewerbegebieten für unabdingbar hält. Sollte die geplante Verlängerung der S7 nicht realisiert werden, tritt er für die Einführung weiterer Expressbusse ein.

Kohlerts Kandidatur ist ein Teil einer größeren Bewegung. Die Liste der Stadtratskandidaten der Geretsrieder Liste umfasst neben ihm auch Persönlichkeiten wie die Apothekerin Karin Schlich-Heckel, die sich für Klimaschutz stark macht, und Edmund Häner, der eine bessere Zukunft für Kinder einfordert. Auch Florian Roth, Katsiaryna Shavel und Dr. Elmar Immertreu haben sich zur Wahl bereit erklärt. Um die „Premium-Opposition“ in Geretsried weiter zu stärken, wird dies als gute Gelegenheit gesehen, die Bürger aktiv einzubeziehen.

Erster Herausforderer positioniert sich

Doch Kohlert wird nicht der einzige Kandidat im Rennen um das Bürgermeisteramt sein. Die Freien Wähler haben Wolfgang Möckel als ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 nominiert. Der 54-Jährige bringt als ehemaliger Automobilmanager und selbstständiger Unternehmensberater umfangreiche Erfahrungen mit, die er von 2002 bis 2020 im Stadtverband selbst gesammelt hat. Mit einem Diplom als Ingenieur und einem MBA-Grad ist er bestens gerüstet, um innovative Ideen für die Stadt umzusetzen.

Die Nominierung erfolgte während einer Mitgliederklausur, und die offizielle Vorstellung Möckels steht kurz bevor. Die Ortsverbandschefin Ann-Kathrin Güner erwartet, dass er mit einem kreativen und motivierten Team die richtigen Impulse setzen wird.

Während sich die Geretsrieder auf die kommenden Wahlen vorbereiten, bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Kräfteverhältnisse entwickeln werden. Fest steht jedoch: Die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger werden entscheidend sein, um die Zukunft Geretsrieds aktiv zu gestalten.