Die SVP, die im Baselbiet traditionell stark ist, steht vor spannenden Zeiten. Nicole Spiegel-Roth, die SVP-Landrätin, hat trotz ihres Umzugs nach Allschwil angekündigt, wieder im Wahlkreis Sissach kandidieren zu wollen. Wie Volksstimme berichtet, fühlt sie sich weiterhin eng mit dem Oberbaselbiet verwurzelt und will sich als feste Größe für die Region etablieren.
Spiegel-Roth, die seit 2023 im Baselbieter Parlament sitzt und erst im vergangenen Spätsommer von Sissach nach Allschwil gezogen ist, sieht eine Kandidatur im Wahlkreis Allschwil nicht vor, da ihr Mann Florian Spiegel dort bereits den einzigen SVP-Sitz innehat. Konflikte will sie vermeiden. Die Liste der möglichen Mitbewerber im Wahlkreis Sissach wächst, zu den bisherigen Landräten Peter Riebli und Matthias Liechti könnte sich auch Sarah Regez gesellen, die bei den letzten Wahlen nur knapp hinter Spiegel-Roth landete.
Uneinigkeit in der SVP
Die Meinungen innerhalb der SVP Sissach über Spiegel-Roths weitere Kandidatur divergieren. Während der Sektionspräsident Christian Ritter sich offen zeigt, gibt es auch skeptische Stimmen, wie die von Peter Riebli. Er plädiert dafür, im Wohnsitzwahlkreis zu kandidieren. Regez hingegen hat als verheiratete SVP-Politikerin auch Interesse an einer neuen Bewerbung signalisiert und könnte für frischen Wind sorgen.
Ein Thema, das Spiegel-Roth am Herzen liegt, ist die Forderung nach mehr Transparenz bei Radarbussen sowie finanzielle Unterstützung für Hauseigentümer gegen Einbrüche. Diese Anliegen spiegeln die Bedürfnisse der Bürger wider und zeigen, dass sie ein offenes Ohr für die Sorgen der Wähler hat.
Politische Entwicklungen im Baselbiet
Die SVP im Baselbiet sieht sich zudem mit einem weiteren Wettlauf konfrontiert: Der Wahl am Sonntag für Parlament und Regierung. Sandra Sollberger, die als mögliche Nachfolgerin von Thomas Weber gehandelt wird, könnte vor großen Herausforderungen stehen. Trotz des starken bürgerlichen Rückhalts bleibt die Unsicherheit über ihre Wahlchancen. Wie NZZ berichtet, wird sie von den bürgerlichen Parteien unterstützt, hat jedoch die Tendenz, inhaltlich vage zu bleiben und Podiumsdiskussionen abzulehnen. Kritische Stimmen, die sie als Favoritin in Frage stellen, kommen sogar aus den eigenen Reihen.
In der kommenden Zeit wird sich zeigen, ob es der SVP gelingt, den Anschluss an die Regierung zu halten und ob Nicole Spiegel-Roth die Unterstützung erhält, die sie für ihre Kandidatur im Wahlkreis Sissach braucht. Eines ist sicher – die politische Landschaft im Baselbiet bleibt spannend.