In einer feierlichen Zeremonie im Rathaus Eggenfelden wurde Ferdinand Popp für sein 15-jähriges Engagement als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Sicherheitswacht der Polizeiinspektion Eggenfelden geehrt. Er erhielt eine Urkunde von Erstem Polizeihauptkommissar Christian Biedermann, der sich herzlich für die langjährigen Dienste Pops bedankte. Bürgermeister Martin Biber schloss sich diesem Dank an und überreichte Popp ein kleines Präsent als Zeichen der Anerkennung.
Die Sicherheitswacht in Eggenfelden, die von freiwilligen Helfern getragen wird, benötigt jedoch dringend personelle Verstärkung. Derzeit zählt die Gruppe nur sieben Mitglieder. Interessierte, die zwischen 18 und 62 Jahre alt sind, eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können und einen einwandfreien Leumund haben, sind herzlich eingeladen, sich bei der Polizeiinspektion Eggenfelden zu melden. Die Bereitschaft, durchschnittlich fünf Stunden oder mehr pro Monat Streife zu gehen, ist Voraussetzung für die Mitarbeit. Vor dem Streifendienst müssen die neuen Mitglieder eine 40-stündige Ausbildung absolvieren, die sowohl rechtliche Aspekte als auch taktisches Vorgehen, Eigensicherung und verbale Konfliktlösung umfasst. Für den Streifendienst erhalten die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde. Weitere Informationen sind auf der Website www.polizei.bayern.de verfügbar.
Die Rolle der Sicherheitswacht im Vergleich
Die Sicherheitswacht ist nicht nur in Bayern aktiv, sondern auch in anderen Bundesländern wie Sachsen. Dort unterstützen Sicherheitswächterinnen und -wächter seit 25 Jahren die Polizei, viele von ihnen sind Polizistinnen und Polizisten im Ruhestand. Eine Gruppe von sieben Ehrenamtlichen, die ihren Dienst Anfang 1998 begann, feierte kürzlich ihr 25-jähriges Jubiläum. Auch sie wurden bei einer festlichen Veranstaltung mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, überreicht von Staatsminister Armin Schuster und Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa. Letzterer hob die Bedeutung des persönlichen Kontakts in einer zunehmend hochtechnologisierten Welt hervor und betonte, dass Sicherheit eine wichtige Komponente der Lebensqualität sei.Hier finden Sie weitere Informationen zur Sächsischen Sicherheitswacht.
Der freiwillige Polizeidienst, auch Sicherheitswacht genannt, wird in Deutschland von nicht hauptberuflichen Polizisten geleistet und hat das Ziel, die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch Streifendienst in zugewiesenen Gebieten aufrechtzuerhalten. Er existiert in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen. In Baden-Württemberg zum Beispiel gibt es seit Mai 1963 einen freiwilligen Polizeidienst mit 576 Mitgliedern (Stand 30. Juni 2020). Die Aufgaben der Sicherheitswacht umfassen die Sicherung und Überwachung von Veranstaltungen, Polizeigebäuden und die kommunale Kriminalprävention. In Hessen sind etwa 400 Mitglieder in 103 Städten aktiv und leisten ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit der Gemeinschaft.
Die Sicherheitswacht in Bayern, die seit 1996 besteht, ist der Polizei unterstellt, jedoch nicht Teil der Polizei selbst. Sie hat Befugnisse zur Identitätsfeststellung und Platzverweisen, jedoch keinen unmittelbaren Zwang. Die Ehrenamtlichen tragen Polizeiuniformen mit speziellen Kennzeichnungen und absolvieren eine Grundausbildung von 50 Stunden sowie weitere Fortbildungen durch Polizeidienststellen. Während der Dienst oft auf 40 Stunden pro Monat begrenzt ist, erhalten die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung. Für weitere Details und Informationen über den freiwilligen Polizeidienst können Sie hier nachlesen.
Die Sicherheitswacht ist also ein essenzieller Bestandteil der Polizeiarbeit in Deutschland und bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, aktiv zur Sicherheit in ihrer Gemeinde beizutragen. Die Anerkennung für langjährige Ehrenamtliche wie Ferdinand Popp ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, sondern auch ein Aufruf an die Gemeinschaft, sich zu engagieren und die Sicherheitswacht durch neue Mitglieder zu stärken.