In Schwabach läuft derzeit das Insolvenzverfahren des örtlichen Krankenhauses, das seit Juli dieses Jahres anhängig ist. Am vergangenen Freitag wurde offiziell Insolvenz angemeldet, wie die Stadt Schwabach am Samstag auf ihrer Homepage bekannt gab. Geschäftsführer Walter Förtsch von Diakoneo, dem Träger der Klinik, erklärte, dass alle Versuche zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Krankenhauses nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, was die schwierige Situation weiter verschärft.
Ein weiteres Indiz für die angespannten Verhältnisse sind die kürzlich verhängten Entlassungen von Ärzten und Mitarbeitern. Der Grund dafür bleibt allerdings unklar, was zusätzliche Unsicherheit bei den Beschäftigten mit sich bringt. Trotz dieser Probleme gibt es auch Lichtblicke: Ein voraussichtlicher neuer Träger für die Klinik wurde gefunden, und der Insolvenzverwalter Hubert Ampferl äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Hauses.
Optimismus für die Zukunft
Ampferl glaubt, dass der Antrag auf Insolvenz zur richtigen Zeit gestellt wurde, da in den nächsten drei Monaten die Gehälter vom Arbeitsamt unterstützt werden. Damit bleibt der Betrieb der Klinik vorerst aufrechterhalten, was wertvolle Zeit und Liquidität schafft. Ein Strukturgutachten wurde bereits in Auftrag gegeben, um die angebotenen und notwendigen Leistungen der Klinik im Hinblick auf die bevorstehende Krankenhausreform zu klären.
Im August plant Ampferl, intensiv an einer Neuaufstellung des Krankenhauses zu arbeiten, basierend auf den ermittelten finanziell tragbaren Leistungen. Dabei wird die Notwendigkeit der Klinik für die Region betont, besonders zur Behandlung von Notfällen aus den umliegenden Städten wie Nürnberg und Fürth. Oberbürgermeister Peter Reiß (SPD) hat ebenfalls angekündigt, sich für die Belange sowohl der Patienten als auch der Beschäftigten einzusetzen.
Stadt und Trägerschaft
Interessanterweise besaß die Stadt Schwabach bis Anfang Februar 2023 ein Viertel der Anteile an der Klinik. Diese wurden jedoch für einen symbolischen Euro an Diakoneo verkauft, und die Stadt ist rechtlich nicht in das aktuelle Insolvenzverfahren involviert. Die Herausforderungen, mit denen die Klinik konfrontiert ist, sind nicht zu unterschätzen, insbesondere in Anbetracht der hohen Betriebskosten und des Rückgangs der Patientenzahlen infolge der Corona-Pandemie. So warnte der Diakoneo-Vorstand Michael Krach, dass trotz eines zweistelligen Millionenbetrags an Investitionen die Bemühungen um Rettung nicht ausreichend waren.
Die Situation in Schwabach zeigt eindringlich, wie wichtig eine solide Gesundheitsversorgung vor Ort ist, und die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie sich die Klinik entwickeln kann. Mit der Unterstützung der Stadt und den Bemühungen des Insolvenzverwalters bleibt zu hoffen, dass eine Lösung gefunden wird, die den Erhalt der Klinik langfristig sichert. Die Augen sind gespannt auf die nächsten Schritte in diesem komplexen Prozess.