Die Verkehrspolitik in Schwabach steht vor entscheidenden Veränderungen, insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahl 2026. Die VCD Kreisgruppe Roth-Schwabach hat die Parteien zu ihrer Verkehrspolitik befragt, um herauszufinden, wie sie die Mobilität und Verkehrssicherheit in der Stadt verbessern möchten. Die befragten Parteien sind die SPD, Bündnis 90/Die Grünen, die Freien Wähler und die CSU. Die Antworten der Kandidaten zeigen, wie ernsthaft sie die Verkehrswende angehen wollen (Quelle 1).
Ein zentrales Thema der Befragung war das Parken auf Gehwegen. Hier sind sich alle Parteien einig, dass Gehwegparken nur in klar geregelten Ausnahmefällen zulässig ist. Axel Rötschke von der CSU hebt hervor, dass eine ausgewogene Lösung für Fußgänger, Anwohner und Gewerbe gefunden werden muss. Auch die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen wurde diskutiert, wobei die Parteien offen für neue Konzepte sind. Bernd Spachmüller von den Grünen schlägt sogar vor, längere Fahrradstraßen zu schaffen, während Rötschke betont, dass die Hauptverkehrsachsen für den motorisierten Verkehr erhalten bleiben sollen.
Parkraumbewirtschaftung und Verkehrssicherheit
Ein weiteres Thema war die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. In Schwabach gibt es bereits eine Tiefgarage, in der die ersten 60 Minuten kostenlos sind. CSU und Grüne unterstützen die Forderung nach einer Ausweitung, während Peter Reiß von der SPD zustimmend, jedoch mit Einschränkungen, reagiert. Alexander Schmidt von den Freien Wählern zeigt sich offen für eine Diskussion über dieses Thema.
Ein wichtiges Anliegen der Befragten ist die Einführung von Tempo 30 in Wohngebieten, da Studien eine Unfallreduktion um bis zu 30 Prozent zeigen. Während die SPD und die Grünen weitere Tempo-30-Abschnitte unterstützen, ist Schmidt von den Freien Wählern offen für Einzelfallentscheidungen. Die CSU lehnt jedoch eine Ausweitung ab (Quelle 1).
Der Mobilitätsplan für Schwabach
Ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Verkehrspolitik ist der Mobilitätsplan, der im Juli 2020 vom Stadtrat in Auftrag gegeben wurde. Dieser Plan wurde am 20. Dezember 2024 beschlossen und soll eine nachhaltige, barrierefreie und menschenorientierte Verkehrsplanung ermöglichen. Die Verkehrsplanung wird künftig umweltfreundliche Verkehrsarten in den Mittelpunkt stellen, nicht nur den motorisierten Individualverkehr. Sechs Handlungsfelder wurden definiert, darunter integrierte Infrastruktur, Nahmobilität und lebendiger Stadtraum (Quelle 2).
Die Entwicklung des Mobilitätsplans erfolgte in einem umfassenden Beteiligungsprozess, an dem Politik, Fachakteure und Zivilgesellschaft beteiligt waren. Zwei Mobilitätsforen fanden statt, in denen über das Leitbild und die Ziele der zukünftigen Mobilität in Schwabach diskutiert wurde. Diese Foren bieten eine Plattform für den Austausch von Ideen und Vorschlägen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
Die aktuellen Initiativen und Diskussionen zur Verkehrspolitik in Schwabach sind Teil einer größeren Bewegung hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Mobilität in städtischen Räumen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Fachleuten und der Zivilgesellschaft wird ein Rahmen geschaffen, der sowohl den Bedürfnissen der Bürger als auch den Anforderungen einer modernen Stadt gerecht wird. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese Pläne in der Praxis umsetzen lassen.