Heute ist der 11.02.2026. Die politischen Wogen in Bayern scheinen sich immer weiter zu heben, vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen im Jahr 2026. Die Bundestagswahl 2025 hat bereits deutliche Trends aufgezeigt: Die AfD hat in Bayern deutlich an Zuspruch gewonnen und könnte sich als zweitstärkste politische Kraft hinter der CSU etablieren. Ihr Wähleranteil ist im Vergleich zur vorherigen Wahl um beeindruckende 9 Prozent gestiegen, was zu einem Gesamtwert von 17,4 Prozent führt.

Insbesondere in Ostbayern, wo die AfD in einigen Landkreisen wie Straubing, Schwandorf und Deggendorf sogar über 26 bis 27 Prozent der Stimmen erzielt hat, ist dieser Trend besonders stark ausgeprägt. In diesen Regionen wird die Partei von gut vernetzten Menschen vertreten, was laut dem Politikwissenschaftler Alexander Straßner ein Schlüsselfaktor für ihren Erfolg sein könnte. Außerdem zeigt eine Studie des DIW Berlin, dass die AfD in Wahlkreisen mit einem hohen Anteil älterer Menschen und traditionellen Branchen besser abschneidet.

Die Situation in München und der Rest Bayerns

In München hingegen sieht die Lage ganz anders aus. Hier erreicht die AfD nur rund 9 Prozent in den Stadtteilen Nord und Ost, während in München-Süd die Grünen mit 29,8 Prozent fast gleichauf mit der CSU (30,4 Prozent) liegen. Diese Diskrepanz zwischen urbanen und ländlichen Gebieten könnte ganz entscheidend für die Kommunalwahlen 2026 werden. Die Tendenz zeigt, dass Ostbayern möglicherweise mehr AfD-Wähler mobilisieren könnte, während in Oberbayern und Teilen von Mittel- und Unterfranken andere Parteien wie die Grünen, die SPD und die Freien Wähler bevorzugt werden.

Die Kommunalwahlen, die am 8. März 2024 stattfinden, werden als Gradmesser für die politische Stimmung im Land angesehen. Wichtige Faktoren wie die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Bundesregierung und die Wahrnehmung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spielen dabei eine entscheidende Rolle. Seit September 2023 hat die CSU in Umfragen unter 40 Prozent gefallen, was auf einen Rückgang der Zufriedenheit hinweist. Die AfD hingegen könnte, laut dem Bayerischen Rundfunk, bei den Kommunalwahlen 2026 einen Rekordwert von 19 Prozent erreichen.

Wahlkampf und Kandidaturen

Die anstehenden Wahlen bringen auch neue Gesichter und Herausforderungen mit sich. In Regensburg wird es einen neuen Oberbürgermeister geben, da die Amtsinhaberin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) nicht mehr kandidiert. In Nürnberg stehen sich der amtierende Marcus König (CSU), Nasser Ahmed (SPD) und Britta Walthelm (Grüne) gegenüber. Auch in Augsburg kommt es zu einem spannenden Wettkampf zwischen Eva Weber (CSU) und Martina Wild (Grüne), während in Ingolstadt Michael Kern (CSU) weiterhin im Amt bleibt.

Das bayerische Wahlsystem, das es erlaubt, Stimmen zu häufeln und über verschiedene Parteilisten zu verteilen, könnte einige Überraschungen bringen, insbesondere für weniger gut platzierte Kandidaten. Die Wahlen stehen also unter einem interessanten Stern, der nicht nur die politischen Machtverhältnisse, sondern auch die gesellschaftlichen Strömungen in Bayern widerspiegeln wird. Die kommenden Monate bis zur Kommunalwahl 2026 werden entscheidend sein, um die zukünftige Richtung Bayerns zu bestimmen.