Mit einem bitteren 1:3 gegen Rot-Weiss Essen hat der 1. FC Schweinfurt 05 seinen Abstieg aus der 3. Liga besiegelt. Die Niederlage am 32. Spieltag war der lautstarke Schlussstrich unter eine ohnehin schon missratene Saison, die für die Schweinfurter bereits seit Wochen fest in der Abstiegszone verankert war. Die Fans haben es schon lange geahnt: Mit nur 17 Punkten aus 32 Spielen hat der Traditionsverein die schlechteste Bilanz in der Geschichte der Drittliga erreicht. Ein trauriger Rekord, der nicht einmal mit Punktabzügen in Verbindung gebracht werden muss, berichtet BR.

Trotz einer kurzfristigen Aufwärtstendenz unter Trainer Jermaine Jones, der im Februar seinen Vorgänger Victor Kleinhenz ablöste, war der Aufstieg aus der Regionalliga Bayern im Vorjahr ein Strohfeuer. Nach nur drei Siegen im März und einer zwischenzeitlichen Unschlagbarkeit im heimischen Stadion kam die katastrophale Heimniederlage und beendete die positive Phase. Der Abstand zum rettenden Ufer, der derzeit bei 19 Punkten liegt, scheint unabdingbar, und die Kaderproblematik bleibt hingegen akut. Vizekapitän Johannes Geis zieht ein ernüchterndes Fazit: „Die individuelle Fehleranfälligkeit war der Hauptgrund für das Desaster“, äußert er. Man konnte es ihm ansehen – die Fans, so Geis, seien zumindest drittligatauglich, was sich jedoch nicht auf die Mannschaft übertragen lasse, so transfermarkt.de.

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Schlechte Bilanz und unsichere Zukunft

Die Statistik spricht Bände: Der 1. FC Schweinfurt weist sowohl den schwächsten Angriff als auch die anfälligste Abwehr der Liga auf. Die verheerende Hinrunde, die nur sechs Punkten in der ersten Saisonhälfte zur Folge hatte, gepaart mit 50 Gegentoren, gilt als eines der größten Mankos in der Drittliga-Geschichte. Ein klares Scheitern, das die Verantwortlichen im Verein entsprechend bedrückt. Jones kündigte nach der Niederlage ein internes Gespräch an, um die Probleme anzugehen. „Die Situation ist frustrierend“, gab der Trainer offen zu, bleibt aber dennoch entschlossen, bis zum Ende der Saison alles für die Mannschaft zu geben, während sich seine Zukunft ungewisser denn je gestaltet. Geis hat sich bis dato kein Bild über seine weitere sportliche Reise gemacht und wartet mit Gesprächen bezüglich einer Vertragsverlängerung bis zur Sommerpause ab.

Die beiden Mannschaftsführer scheinen sich einig: Um den Negativrekord von 22 Punkten, den der SV Werder Bremen II in der Saison 2011/12 hielt, zu vermeiden, ist Schweinfurt auf mindestens sechs weitere Punkte angewiesen. Doch die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen kaum Hoffnung – lokale Experten warnen vor dem drohenden Verlust des sportlichen Selbstbewusstseins der Spieler und des Vereins im Allgemeinen.

Die Hoffnungen liegen also auf den Schultern der Fans des 1. FC Schweinfurt, die sich unerschütterlich hinter ihrer Mannschaft stellen. Sie sind es, die die Zuneigung und den Glauben an eine bessere Zukunft wahren, während die Verantwortlichen bei jedem Spieltag aufs Neue lernen müssen, dass das Klischee „Zusammenhalt ist alles“ im Fußball mehr gilt denn je.