In Farchach, einem kleinen Ort in der Gemeinde Berg, regt sich etwas: Die Sorgen um das Wirtshaus sind groß, und die Dorfbewohner zeigen Engagement, um das baufällige Gasthaus wiederzubeleben. Bei einer Filmvorführung des Streifens „Fanni oder wie rettet man ein Wirtshaus?“ fanden sich über 80 Interessierte zusammen, um sich über die Herausforderungen und Möglichkeiten des Wirtshaussterbens zu informieren. Als Vorbild dient die Geschichte eines Wirtshauses in Pischelsdorf, das nach vier Jahrzehnten Leerstand durch den Einsatz der Dorfgemeinschaft gerettet wurde, wie der Merkur berichtet.

Das Vereinsgaststätte in Farchach steht seit mehr als einem Jahr leer. Dr. Andreas Ammer von der QUH beschreibt die Situation: „Der Zustand der Küche und der Wirtsräume wirkt abschreckend.“ Die Gemeinde kämpft darum, einen neuen Pächter zu finden, und das ist leichter gesagt als getan. Bürgermeister Rupert Steigenberger äußert Bedenken, dass man einen engagierten Projektleiter finden könnte, wie ihn der Film beispielhaft vorlebt.

Aktive Initiativen zur Revitalisierung

Um das Dorfleben wieder aufblühen zu lassen, plant die QUH ein neues Bewirtschaftungskonzept und eine teilweise Sanierung des Wirtshauses. Der Film zeigt die ehrenamtliche Arbeit der Dorfbewohner zur Renovierung des Wirtshauses „Fanni“, das nun für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird, darunter Stammtische und Feiern. Aktuell sind bereits Sanierungsmaßnahmen wie eine neue Lüftungsanlage und ein barrierefreier Eingang in Planung, während die Gemeinde aktiv an der Pächtersuche arbeitet.

Doch Farchach ist nicht allein mit seiner Problematik. Das Wirtshaussterben betrifft viele Orte, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich. Aktuell zeigt eine enorm beunruhigende Entwicklung, dass die Zahl der Wirtshausbetriebe in Österreich seit 1986 von etwa 15.000 auf nur noch rund 5.600 gesunken ist. Dieser Rückgang von über 60 Prozent ist besonders in ländlichen Gemeinden spürbar, wie auf der Webseite von Gastronomie Österreich aufgelistet wird. Die Gründe sind vielfältig: sozialer Wandel, Fachkräftemangel, wirtschaftliche Herausforderungen sowie fehlende Nachfolge in Familienbetrieben.

Wege aus der Krise

Die Lösungsansätze sind ebenso vielfältig wie die Probleme selbst. Politische Maßnahmen wie Steuererleichterungen und Förderprogramme könnten zur Stärkung der Gastronomie beitragen. Gleichzeitig drängen innovative Ideen, wie die Schaffung von genossenschaftlich geführten Wirtshäusern oder mobilen Gaststätten, an die Oberfläche, um den sozialen Zusammenhalt in den Gemeinden zu fördern. So könnte man etwa Foodtrucks oder andere mobile Gastronomiekonzepte in besonders betroffenen Gebieten erwägen.

Die Situation in Farchach ist somit ein Beispiel für einen breiten Trend, der nicht nur in bayerischen Gemeinden sichtbar ist, sondern auch in ganz Österreich. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Wenn die Dorfgemeinschaft zusammenhält und innovative Konzepte entwickelt, lässt sich vielleicht auch für die leerstehenden Wirtshäuser eine zukunftsfähige Lösung finden.