Ein schwerer Cyberangriff hat jüngst das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Nordoberpfalz zum Stillstand gebracht. Betroffen sind die Standorte in Tirschenreuth und Kemnath, wo der Geschäftsbetrieb seit Dienstag, dem 6. November 2025, vorübergehend eingestellt wurde. Laut oberpfalzecho.de wurden alle Systeme aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen, nachdem ein Befall mit Schadsoftware festgestellt wurde. Während die Kliniken in der Umgebung nicht betroffen sind, bleibt der Betrieb am MVZ-Standort in Weiden weiterhin aufrecht.
Die Schließung der Standorte in Tirschenreuth und Kemnath wird bis mindestens Ende der Woche andauern, was selbstverständlich bedeutet, dass alle geplanten Operationen für diese Woche abgesagt wurden. Ein Rescue-Team eines internationalen Cybersecurity-Spezialisten wurde hinzugezogen, um den entstandenen möglichen Schaden zu analysieren, während das MVZ im Austausch mit der Kriminalpolizei steht. Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die bemerkenswerte Zunahme von Cyberangriffen im Gesundheitswesen.
Steigende Gefahren im Gesundheitswesen
Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche, auch das Gesundheitswesen. Doch diese Entwicklungen bringen nicht nur Effizienzgewinne mit sich, sie erhöhen auch die Risiken, insbesondere durch Cyberangriffe. Eine Analyse von aeze.at zeigt, dass Praxen und Kliniken immer abhängiger von digitaler Infrastruktur werden. Es ist alarmierend zu hören, dass Angriffe auf das Gesundheitswesen 2023 im Vergleich zum Vorjahr um satte 74 % gestiegen sind.
Cyberkriminalität hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmende Bedrohung etabliert. Allein im Jahr 2022 registrierte das Bundeskriminalamt über 136.000 Cyberangriffe, wobei die Gesundheitsbranche zu den am häufigsten attackierten Sektoren gehört. Die Hauptgefahr geht oft von Ransomware aus, die Daten verschlüsselt und Lösegeld für die Entschlüsselung fordert. Obwohl Strafverfolgungsbehörden von der Zahlung von Lösegeld abraten, setzen sich Gesundheitsorganisationen zunehmend mit dieser Herausforderung auseinander.
Warum Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich sind
Die Entwicklung und Einführung von Sicherheitsstrategien ist daher unerlässlich. Laut statista.com wird empfohlen, dass Krankenhäuser und Arztpraxen sich an branchenspezifischen Sicherheitsstandards orientieren. Regelmäßige Updates, aktuelle Firewall- und Antivirensoftware sowie sichere Passwörter gehören zu den Grundpfeilern einer soliden IT-Sicherheitsstrategie. Zusätzlich sollte eine umfassende Sensibilisierung der Mitarbeiter erfolgen, um Risiken durch Phishing und andere betrügerische Taktiken zu minimieren.
Die Prävention gegen Cyberangriffe erfordert vom Gesundheitswesen eine dynamische Anpassung an die sich stets wandelnden Technologielandschaften. Notfallpläne sollten nicht nur vorhanden, sondern auch regelmäßig geübt werden, um angemessen auf diese Bedrohungen reagieren zu können und das Vertrauen der Patienten in die medizinische Versorgung zu sichern.
In Anbetracht dieser Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass der Vorfall am MVZ Nordoberpfalz schnellstmöglich aufgeklärt wird, und als weckender Ruf auf die Notwendigkeit der Cybersicherheit im Gesundheitswesen fungiert. Diese Vorfälle sind ein deutliches Zeichen dafür, dass gegenwärtige Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend sind und ein verstärktes Augenmerk auf präventive Strategien gelegt werden muss.