Am vergangenen Samstag musste die Bergrettung Gmunden einem jungen Abenteuer-Trio aus Deutschland zur Seite stehen. Die drei Bergsteiger im Alter von 18 bis 21 Jahren gerieten am Traunstein in Österreich in schwieriges Terrain, als sie beim Abstieg über den vereisten Hernlersteig in die Dunkelheit gerieten. Da blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Hilfe der Bergretter zu alarmieren, berichtet T-online.
Die Situation war angespannt: Die mutigen Jungspunde hatten sich in einer Höhe von etwa 1.500 Metern festgefahren und konnten nicht mehr weiter. Glücklicherweise entschieden sie sich während des Rettungseinsatzes, umzukehren und gelangten schließlich zum Traunsteinhaus – einem geschlossenen Gasthaus mit einem sicheren Raum für Bergnotfälle. Da sie nun keine Hilfe mehr benötigten, wurde der Einsatz der Bergrettung nach rund vier Stunden abgebrochen. Für die Bergretter bedeutete dies einen finanziellen Aufwand von etwa 1.960 Euro, was etwa 490 Euro pro Stunde ausmacht. „Man ist nicht immer optimal auf eine Tour vorbereitet“, stellte ein Sprecher der Bergrettung fest und wies darauf hin, dass der Gruppe beispielsweise ein Steigeisen fehlte.
Rasanter Anstieg der Einsätze
Der Vorfall ist nicht isoliert. Die Bergrettung in Oberösterreich verzeichnete im letzten Jahr eine Rekordzahl an Einsätzen. Insgesamt wurden 565 Einsätze dokumentiert, bei denen 661 Personen in Bergnot gerieten. Ein alarmierendes Faktum: 26 Menschen konnten nur tot geborgen werden, was der zweithöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt. Die Zahl der geretteten Personen hat sich in den letzten zehn Jahren sogar verdoppelt, merkt Puls24 an.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. So erfreut sich der Bergsport nach wie vor eines anhaltenden Booms, was von guten Wetterverhältnissen in den vergangenen Jahren unterstützt wird. Doch auch Selbstüberschätzung und ein mangelndes Gespür für die Gefahren des Berges tragen dazu bei, dass vermehrt Notlagen entstehen. Mehr als 50% der Vorfälle ereignen sich durch Stürze oder Ausgleiten im Wandergelände. Darüber hinaus sindmedizinische Notfälle und Verirrungen ebenfalls häufige Ursachen von Notrufen.
Klimawandel macht Bergsport gefährlicher
Der Klimawandel hat zudem seine Spuren in den Alpen hinterlassen: Wetterverhältnisse haben sich verändert und machen die Berge gefährlicher. Steinschläge und instabile Bedingungen sind vermehrt zu beobachten, was die Arbeit der Bergretter zusätzlich erschwert. Wöchentlich wird von dramatischen Vorfällen berichtet, sei es durch Steinschlag oder sogar tödliche Abstürze. Wie aus Berichten des Deutschlandfunks hervorgeht, häufen sich solche Einsätze insbesondere im Rahmen des Anstiegs von Bergsportlern, die oft die Risiken unterschätzen und unzureichend vorbereitet sind.
Besonders die Gefahren durch steigenden touristischen Andrang und die Nutzung sozialer Medien für die Planung von Touren machen die Situation unübersichtlich. Immer mehr Menschen, oft ohne das nötige Hintergrundwissen, begeben sich in die Berge und bringen damit auch die Bergrettung in Zugzwang. Da lohnt es sich, sich gut vorzubereiten und auf die Ausrüstung zu achten, um selbst in den atemberaubenden Alpen das Abenteuer genießen zu können, ohne in ernsthafte Not zu geraten.





