In Mindelheim gibt es spannende Entwicklungen rund um die Fußgängerampeln. Die Stadt plant, individuelle Ampelmännchen einzuführen, mit dem charakteristischen „Frundsberg-Ampelmännchen“ als Vorzeigeprojekt. Laut Merkur hat der Frundsberg Festring eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, um die Ampeln am Oberen und Unteren Tor mit diesem neuen Design auszustatten.

Bürgermeister Dr. Stephan Winter steht hinter dieser Idee, erinnert jedoch daran, dass die finale Entscheidung bei der Regierung von Schwaben liegt. Interessant ist, dass die Zuständigkeit für die Ampelanlagen beim Landratsamt Unterallgäu und dem Staatlichen Bauamt in Kempten liegt. Florian Kastenmeier von der CSU, der die Idee bereits vor seiner Stadtratsmitgliedschaft ins Gespräch gebracht hat, sieht ein großes Potenzial in der individuellen Gestaltung und spricht von einem „echten Mehrwert“ für die Stadt.

Finanzierung und Umsetzung

Die Kosten für die Umsetzung der neuen Ampeln sind laut Kastenmeier überschaubar. Ein Beispiel aus Burghausen zeigt, dass die Grafiken und Filter insgesamt nur 2.000 Euro kosten. Um diese Summe aufzubringen, schlägt er eine Crowdfunding-Aktion vor. Auch Ursula Kiefersauer von der MBG hat sich für die Filter ausgesprochen, da sie eine Rückversetzung in den ursprünglichen Zustand ermöglichen, falls erforderlich.

Das Gremium hat nun einstimmig beschlossen, die Fußgängerampeln an den geplanten Standorten auf die neue Frundsberg-Variante umzustellen, abhängig vom Einverständnis der zuständigen Behörden. Dieses Vorgehen zeigt, dass alternative Ampelmännchen nicht mehr nur schlichte Verkehrssignale sind, sondern auch als kulturelle und touristische Attraktionen fungieren können.

Das Ampelmännchen als Kulturgut

Das klassische Ampelmännchen, das in Deutschland als Symbol für Sicherheit im Straßenverkehr dient, wird zunehmend kreativ interpretiert. Wie deutsche-leuchtfeuer.de berichtet, gibt es in vielen Städten individuelle Varianten, die oft auch als Werbeträger fungieren. Von der Otto-Walkes-Silhouette in Emden bis hin zu den einzigartigen Esel-Ampeln in Wesel – diese Alternativen haben Kultstatus erreicht. In Städten wie Hamburg, Köln und Frankfurt sind sogar homosexuelle Ampelmännchen installiert worden, die den Kampf für Gleichberechtigung symbolisieren.

Nicht alle kreativen Ampelmännchen-Projekte wurden genehmigt, wie im Fall der Äffle und Pferdle in Stuttgart, die aufgrund von Vorschriften der Straßenverkehrsordnung abgelehnt wurden. In Düsseldorf beispielsweise gibt es dreifarbige Ampeln, die Fußgänger vor dem plötzlichen Umschalten von Grün auf Rot warnen.

Neue Impulse von Projekten wie dem Frundsberg-Ampelmännchen in Mindelheim könnten dazu beitragen, dass auch hier innovative Designs Einzug halten. Dies passt hervorragend in die Tradition Deutschlands, wo Ampeln weit mehr sind als nur einfache Lichtsignale.

Die Fragen, die sich stellen, sind klar: Wie werden Bürger:innen auf diese Neuerungen reagieren? Und könnte es sein, dass mehr Städte dem Beispiel Mindelheims folgen? Ein Blick auf die Entwicklung der Ampelkultur in Deutschland zeigt, dass die Möglichkeiten schier endlos sind.