Die Zugstrecke zwischen München und Hof gilt als eine der am schlechtesten bewerteten im bayerischen Netz. Doch nun gibt es Hoffnung auf Besserung: Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat eine Ausschreibung zur Modernisierung dieser wichtigen Verbindung gestartet. Der Regionalexpress RE2, der München mit Hof verbindet und durch Landshut, Regensburg und Weiden in der Oberpfalz fährt, soll bald von neuen, leistungsfähigeren Fahrzeugen bedient werden. Aktuell wird die Strecke von DB Regio betrieben, jedoch ist der nördliche Abschnitt noch nicht elektrifiziert, was einen Lokwechsel in Regensburg erforderlich macht.
Der Wechsel zwischen Elektro-Loks, die zwischen München und Regensburg verkehren, und Dieselloks ab Regensburg ist nicht nur umständlich, sondern mindert auch die Betriebsqualität. Der RE2 zählt aufgrund alter Lokomotiven zu den Schlusslichtern im bayerischen Streckennetz. Die BEG plant, ab 2030 Hybridfahrzeuge einzusetzen, die sowohl Diesel- als auch Elektroantrieb kombinieren oder Akkus für die Energieversorgung nutzen können. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, den Lokwechsel in naher Zukunft zu vermeiden und den Betrieb im Zwei-Stunden-Takt aufrechtzuerhalten. Die Züge sollen zudem mit WLAN ausgestattet sein, und die Sitzplatzkapazitäten dürfen nicht verringert werden.
Ausschreibung und Zukunftsperspektiven
Das Vergabeverfahren für den neuen Vertrag ist europaweit ausgeschrieben und umfasst den Zeitraum von Ende 2028 bis Ende 2043. Bis ins dritte Quartal 2026 können Angebote abgegeben werden, und der Zuschlag soll im dritten Quartal 2026 erteilt werden. Ein erster Ausschreibungsversuch vor anderthalb Jahren scheiterte an wirtschaftlich nicht akzeptablen Angeboten. Dennoch bleibt die BEG optimistisch, dass dieses Mal ein zuverlässiger Betreiber gefunden werden kann, um ein besseres Angebot für die Fahrgäste zu schaffen.
Der Abschnitt zwischen München und Regensburg ist bereits elektrifiziert, während der Abschnitt von Regensburg nach Hof noch auf eine vollständige Elektrifizierung warten muss. Diese wird voraussichtlich viele Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin sollen die neuen Hybridzüge die Flexibilität bieten, die benötigt wird, um die Region besser zu erschließen und die Fahrgäste zufriedenzustellen.
Alternative Antriebstechnologien
In der Diskussion um die Modernisierung der Zugstrecke stellt sich auch die Frage nach alternativen Antriebstechnologien. Wasserstofffahrzeuge, die mit einer Füllung bis zu 1.000 Kilometer zurücklegen können, könnten in Zukunft ebenfalls eine Rolle spielen. Der Einsatz von Wasserstoffzügen erfordert jedoch einen stabilen Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur, was mit hohen Kosten verbunden ist. Ab 2024 sind Testeinsätze von Wasserstofffahrzeugen im Raum Augsburg geplant, was einen ersten Schritt in diese Richtung darstellt.
Die BEG verfolgt zudem das Ziel, emissionsfreie Multimodalhybridfahrzeuge mit Neigetechnik für nicht-elektrifizierte Strecken zu entwickeln. Diese sollen sowohl mit Wasserstoffbrennstoffzellen als auch mit Strom aus Oberleitungen betrieben werden können. Solche Fortschritte könnten langfristig dazu beitragen, die Mobilität in Bayern umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten.
Insgesamt zeigt die Initiative der BEG, dass man entschlossen ist, die bestehende Infrastruktur zu modernisieren und den Fahrgästen ein zuverlässigeres und komfortableres Reiseerlebnis zu bieten. Die Entwicklung hin zu Hybridfahrzeugen und möglichen Wasserstofflösungen könnte nicht nur die Betriebsqualität verbessern, sondern auch einen Beitrag zur Reduktion von Emissionen leisten und die Verkehrswende in Bayern vorantreiben.
Weitere Informationen zu den laufenden Projekten und der Zukunft des Schienenverkehrs finden Sie in den Quellen: Nordbayern, Schwäbische, und Bahnland Bayern.