In Deutschland tut sich etwas im Bereich der Bioabfallentsorgung. Rund 40 kommunale Abfallentsorger haben sich an der Kampagne „#wirfuerbio“ beteiligt, die vor allem auf die Kontrolle und Sanktionierung von falschem Abfall im Biomüll abzielt. Besonders im Landkreis Weilheim-Schongau zeigt man sich als Vorbild, wo die Mülltrennung gut funktioniert und Kontrollen vorerst nicht nötig sind. Aufgrund dieser vorbildlichen Trennsysteme ist die Situation dort wesentlich entspannter als in anderen Regionen.
Doch auch in Weilheim steht das Thema Biomüll nicht still. Seit dem 1. Mai 2023 gelten strengere Kriterien für Kompostierungsanlagen. Nun darf Biomüll nur noch maximal 3 % Fremdstoffe enthalten, während der Plastikanteil auf 1 % des Gesamtgewichts begrenzt ist. Andernfalls wird der Biomüll als Restmüll verbrannt. Im Jahr 2023 waren das 230.000 Tonnen Biomüll, die betroffen waren, was zeigt, wie ernst das Thema genommen wird. Claudia Knopp, Abfallberaterin der EVA, hebt die Bedeutung der richtigen Mülltrennung hervor, denn nur so kann der Übergang zu einer nachhaltigeren Abfallwirtschaft gelingen.
Neuregelungen ab 2025
Für die Zukunft ist ab dem 1. Mai 2025 eine überarbeitete Bioabfallverordnung (BioAbfV) geplant, die noch strengere Regeln für die Trennung und Abfallbehandlung einführt. Dies wurde durch den Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) bekanntgegeben. Es wird ein maximaler Anteil von 3 % an Fremdstoffen sowie 1 % an Kunststoffen in der Biotonne festgelegt. Die Gemeinden sind aufgefordert, Bioabfall-Tonnen unterschiedlich zu überprüfen – etwa durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Sichtkontrollen.
Besonders wichtig sind die Informationen für die Bürger: Wer seine Biotonne falsch befüllt, muss mit Bußgeldern rechnen, die je nach Kommune variieren. Im schlimmsten Fall kann eine wiederholte Falschbefüllung dazu führen, dass die Biotonne gar nicht geleert wird. Dies kann nicht nur ärgerlich sein, sondern auch höhere Entsorgungskosten für die Bürger bedeuten. Die neuen Regelungen sollen demnach nicht nur dazu dienen, die Umwelt zu entlasten, sondern auch die Qualität des gewonnenen Komposts zu sichern.
Die richtige Mülltrennung
Aber was gehört eigentlich in die Biotonne? Erlaubt sind organische Küchen- und Gartenabfälle, Papiertaschentücher, Küchenpapier und Eierkartons. Verboten hingegen sind Plastiktüten, Hygieneartikel, Kleintierstreu und sogar einige Arten von biologisch abbaubaren Kaffeekapseln. Laut den Experten gibt es keine einheitliche DIN-Norm für Bio-Plastik, was bei den Verbrauchern häufig zu Verunsicherung führt.
Experten empfehlen auch die regelmäßige Reinigung der Biotonne, um Gerüche und Probleme mit Schädlingen zu vermeiden. Hier können Tipps wie die Nutzung von Zeitungspapier zur Abfallaufnahme nützlich sein. Zudem sollten Aufklärungskampagnen in Mehrfamilienhäusern dazu beitragen, die gesamte Gemeinschaft für das Thema sensible Mülltrennung zu sensibilisieren.
Der richtige Umgang mit Bioabfällen ist nicht nur für die Umwelt von großer Bedeutung, sondern auch für die Landwirtschaft, da hochwertiger Kompost aus sauberen Bioabfällen wichtig ist. Mit den neuen Regelungen ab Mai 2025 sind die Weichen in eine nachhaltigere und umweltbewusstere Zukunft gestellt. Der Kurs ist somit klar: weniger Mikroplastik, sauberere Städte und ein bewussterer Umgang mit unseren Ressourcen.