In Bayern steht die Amphibienwanderung vor der Tür! Mit nächtlichen Temperaturen von mindestens sechs Grad Celsius und dem ersehnten Regen beginnen die Tiere, sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern zu machen. Ehrenamtliche des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) bereiten sich bereits vor, um Teichmolche, Springfrösche und Erdkröten sicher zu ihren Zielen zu begleiten. Dabei spielen die Schutzzäune, die entlang von Straßen aufgestellt oder instand gesetzt werden, eine entscheidende Rolle. Diese Zäune sind nicht nur ein Schutz für die wandernden Amphibien; sie bieten auch eine Möglichkeit für Freiwillige, sich aktiv in den Naturschutz einzubringen. Der LBV sucht daher weiterhin helfende Hände, insbesondere für die Kontrolle der Zäune bis etwa Mitte April. Interessierte können sich an ihre örtliche LBV-Gruppe wenden, um mitzumachen – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!

Mit steigender Tageslänge, hoher Luftfeuchtigkeit und den ersten milden Nächten sind die ersten wandernden Amphibien im Tiefland zu erwarten. Besonders Gras- und Springfrösche sowie Teich- und Bergmolche machen sich auf den Weg; die Erdkröten hingegen benötigen etwas mehr Zeit. Um die Amphibien vor dem Straßentod zu bewahren, werden mobile Krötenzäune an gefährlichen Straßenstellen aufgestellt. Aktive Mitglieder des LBV betreuen dabei mehrere Hundert Krötenzaunanlagen in Bayern, die täglich kontrolliert werden sollten – idealerweise am frühen Abend und Morgen. Amphibien, die in Eimern gefangen werden, werden sicher über die Straße transportiert, wobei Art, Geschlecht und Anzahl dokumentiert werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erfassung der Amphibienbestände.

Wichtige Maßnahmen und Hilfsmittel

Um die Amphibienwanderung erfolgreich zu unterstützen, sind einige Maßnahmen und Hilfsmittel erforderlich. Wanderwege in der Nähe von frequentierten Straßen sollen beispielsweise mit Hinweistafeln versehen werden, um Passanten über die Maßnahmen des BUND zu informieren. Betreuer sollten funktionierende Taschenlampen, Erhebungsbögen, Smartphones oder Fotoapparate sowie Werkzeug zum Zaunreparieren mitbringen. Bei Sammelaktionen ist es außerdem wichtig, die Amphibienarten zu bestimmen und zu zählen. Die gesammelten Daten müssen in die Amphibien-Datenbank des BUND Naturschutz eingetragen werden, um die Bestandsentwicklungen zu überwachen.

Ein praktisches Hilfsmittel sind Fangeimer, die eingegraben werden, um Amphibien zu fangen. Diese Eimer sollten einen geraden Rand oder einen Deckel haben und müssen täglich kontrolliert werden, insbesondere bei Trockenheit oder Frost. Um den Tieren einen Rückzugsort zu bieten, kann Laub in die Eimer gelegt werden. Ein Stock kann zudem als Kletterhilfe für andere Tiere dienen. In einigen Regionen, wie der Kreisgruppe Rosenheim, wurden Röhren aus weichmacherfreiem Kunststoff in Straßenböschungen eingebaut, in die Fangeimer eingehängt werden können. Diese Röhren müssen so eingegraben sein, dass sie bei Mäharbeiten nicht stören.

Herausforderungen und Engagement

Die größte Gefahr für die wandernden Amphibien sind nach wie vor die Straßen, auf denen jährlich Tausende überfahren werden. Der NABU und andere Naturschutzgruppen setzen sich aktiv für den Schutz der Amphibien ein, indem sie Krötenschutzzäune aufstellen und die Tiere sicher über die Straßen tragen. Aktuelle Lageeinschätzungen zeigen, dass milde Luftströme und Regen die Amphibien hervorlotsen. Erste Sichtungen von Spring- und Grasfröschen sowie Bergmolchen am Oberrhein sind bereits dokumentiert worden. In einigen Regionen wird die Laichwanderung jedoch durch Schnee und Frost verzögert, und der Höhepunkt der Wanderungen wird nicht vor Mitte März erwartet.

Für all diejenigen, die sich für den Schutz der Amphibien engagieren möchten, bietet der NABU einen Wissens-Kurs an, um den Umgang mit den Tieren und deren Unterscheidung zu erlernen. Zudem gibt es eine interaktive Schutzzaun-Datenbank, die die Eingabe und Aktualisierung von Zaunstandorten und deren Betreuerlisten ermöglicht. Informationen zu Krötenzäunen und Naturschutzgruppen sind auf lokalen NABU-Websites und in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie verfügbar. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass die Amphibienwanderung nicht nur sicher, sondern auch erfolgreich verläuft – für die Natur und für uns alle.