Gestern fand die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung „Butter bei die Zukunft“ statt, die sich mit der Neugestaltung des Horten-/Kaufhof-Areals in Bremen beschäftigt. Die Veranstaltung, die im Olbers-Saal im Haus der Wissenschaft stattfand, war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Selbst 100 weitere Interessierte hatten sich angemeldet, um ihre Ideen zur zukünftigen Nutzung des Standorts einzubringen. Wie Weser Kurier berichtete, können Bürger nun aktiv an der Umgestaltung mitwirken, indem sie Vorschläge über eine Online-Befragung einreichen, die bis zum 3. Mai läuft.
Der Senat und die Stadt Bremen haben sich bereits für einen Abriss des ehemaligen Kaufhausgebäudes ausgesprochen, was eine umfassende Neugestaltung ermöglichen soll. Doch bereits mehr als 1000 Bürger haben eine Petition unterschrieben, die gegen den Abriss ist. Auch die Architektin Ute Dechantsreiter, die für nachhaltiges Bauen plädiert, hat eine Petition an die Bürgerschaft eingereicht. Sie fordert den Erhalt oder zumindest einen Umbau des Gebäudes und argumentiert, dass der Bau weiterhin genutzt werden könnte. Ihre Initiative wird von der Gruppe „Architects for Future“ unterstützt, die vor den negativen Auswirkungen des Abrisses warnt, darunter Lärm und Staub sowie Veränderungen im Verkehr.
Die Pläne für die Neugestaltung
Im Rahmen des Umbaus sind Workshops geplant, die am 22. April und 29. Mai stattfinden, für die Bürger sich jedoch bis zum 12. April anmelden müssen. Es gibt insgesamt 110 Plätze, die verlost werden. Ein weiteres wichtiges Datum ist die Planungswerkstatt am 2. Juli, in der konkrete Themen, die aus den Ideen der Bürger entstanden sind, detaillierter besprochen werden sollen.
Die Stadt Bremen hat 300 Millionen Euro für die Neugestaltung des Areals bereitgestellt. Der Kauf des Horten-/Kaufhofgebäudes hat 37 Millionen Euro gekostet, und die Machbarkeitsstudie kalkuliert die Kosten für Abriss und Neubau auf rund 150 Millionen Euro. Geplant ist, die Abrissarbeiten bereits 2027 zu beginnen, das entsprechende Antrag soll bis Jahresende gestellt werden. Doch die Diskussion um den Abriss spaltet die Bremer Bevölkerung, und es gibt ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit, historische Bauten zu erhalten.
- Wichtige Termine:
- Online-Befragung bis 3. Mai
- Workshops am 22. April und 29. Mai
- Planungswerkstatt am 2. Juli
- Finanzielle Rahmenbedingungen:
- 300 Millionen Euro für die Neugestaltung
- Kosten Kauf des Horten-/Kaufhofgebäudes: 37 Millionen Euro
- Machbarkeitsstudie kalkuliert Abriss und Neubau auf 150 Millionen Euro
Engagement der Anti-Abriss-Allianz
Die Diskussion um den Abriss des Horten-/Kaufhofgebäudes wird auch von der **Anti-Abriss-Allianz** (AAA) unterstützt, die aus über 70 Akteuren verschiedener Disziplinen besteht, darunter Architektur und Denkmalpflege. Diese Allianz kämpft gegen den Kreislauf von Abriss und Neubau und thematisiert die negativen Auswirkungen auf Umwelt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre Aktivitäten umfassen unter anderem öffentliche Veranstaltungen und Netzwerktreffen, um das Bewusstsein für den Erhalt von Gebäuden zu schärfen. Die AAA plant eine Reihe von Veranstaltungen, um Argumente gegen den Abriss zu sammeln und Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung zu erarbeiten.
Frida Kopka von der AAA hebt hervor, dass die Entscheidung zum Abriss den Charakter der Innenstadt verändern könnte und appelliert an die Bürger, sich aktiv zu informieren und ihre Stimme zu erheben. Bis zum 14. Mai haben Interessierte die Möglichkeit, die Petition gegen den Abriss zu zeichnen. Die Auseinandersetzung um das Horten-/Kaufhof-Areal wird in den kommenden Monaten wohl weiter an Fahrt gewinnen, da immer mehr Bremer und Expert*innen sich für den Erhalt der architektonischen Vielfalt einsetzen.
Wie sich die geplanten Umbauarbeiten auf die Stadt auswirken werden, wird sich zeigen. Wichtig ist jedoch, dass das Engagement der Bevölkerung und der Fachwelt weiterhin hoch bleibt, um eine zukunftsfähige Lösung für Bremen zu finden.