In den Straßenbahnen Bremens scheint es in letzter Zeit drunter und drüber zu gehen. Ein Vorfall, der am Freitagabend stattfand, zeigt leider einmal mehr, dass queerfeindliche Gewalt in unserer Gesellschaft nach wie vor ein ernstes Problem darstellt. Wie Deutschlandfunk berichtet, wurden zwei junge Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren Opfer eines brutalen Angriffs, als sie sich in einer Straßenbahn küssten.

Der Vorfall ereignete sich, als ein 25-jähriger Mann aus Rumänien die beiden Frauen bemerkte. Unvermittelt beleidigte er sie mit homophoben Äußerungen und schlug ihnen ins Gesicht. Besonders erschreckend: Die 18-Jährige fiel durch den Schlag bewusstlos zu Boden, woraufhin der Angreifer sie mit einem Fußtritt in den Bauch traf. Allein das macht einen fassungslos. Die Polizeikräfte, die im Bahnhofsumfeld im Einsatz waren, stoppierten die Straßenbahn und konnten den Tatverdächtigen festnehmen. Beide Frauen mussten zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden, sind jedoch zum Glück inzwischen außer Gefahr.

Sicherheitsmaßnahmen und ihre Auswirkungen

Der Staatsschutz hat in diesem Fall Ermittlungen wegen Hasskriminalität aufgenommen. Dies geschieht in einem Kontext, der immer brisanter wird. Laut NWZonline wurden im Jahr 2023 in Bremen insgesamt 21 queerfeindliche Straftaten polizeilich erfasst. Vor diesem Hintergrund arbeiten die Bremer Behörden daran, die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen. Es gibt regelmäßige Kontrollaktionen, um sowohl Waffen- als auch Drogenkriminalität einzudämmen, was in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Straftaten im Bereich des Hauptbahnhofs geführt hat.

Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) stieg die Anzahl der registrierten Hasskriminalität im Jahr 2023 auf über 17.000 Fälle, von denen 1.785 auf Vorfälle gegen die LGBTQ*-Gemeinschaft entfielen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Anstieg. Viele Opfer fühlen sich nicht sicher, ihre Erfahrungen anzuzeigen; die Angst vor Diskriminierung oder das Gefühl, dass es nicht ernst genug genommen wird, hält viele zurück.

Der Weg zu mehr Akzeptanz und Sicherheit

Die aktuellen Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die noch langen Wege, die zur Gleichheit und Akzeptanz von LSBTIQ in der Gesellschaft zurückgelegt werden müssen. Es ist mehr denn je wichtig, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Behörden besser aufklären und sensitiver für die Belange von LGBTQ-Menschen werden. Programme zur Förderung von Vielfalt und gegen Diskriminierung sind unerlässlich, angefangen bei Polizei-Initiativen bis hin zu Aufklärungsmaßnahmen in Schulen und Gemeinden.

Der zwischenmenschliche Umgang kann nur dann besser werden, wenn wir gemeinsam aufstehen und uns gegen solche Übergriffe einsetzen. In einer weltoffenen Stadt wie Bremen sollte kein Platz für Angst und Gewalt sein. Es gibt viel zu tun, und wir dürfen nicht nachlassen, bis wir eine Gesellschaft erreicht haben, in der jeder Mensch, egal welcher sexuellen Orientierung er oder sie angehört, sicher und respektiert leben kann.