Das Flüsseviertel in Bremen-Neustadt gilt als wahres Juwel der Stadt und erinnert in seiner bunten Architektur stark an das berühmte Notting Hill in London. Hier findet man prächtige, aufwendig verzierte Häuschen, die mit ihren farbenfrohen Fassaden die Aufmerksamkeit sowohl von Einheimischen als auch von Touristen auf sich ziehen. Viele Straßen in diesem idyllischen Viertel sind nach deutschen Flüssen benannt, so dass Spaziergänge durch die Rheinstraße, Moselstraße oder Lahnstraße zu einer kleinen Reise durch die Geografie werden.
Die Entstehung des Flüsseviertels reicht bis zwischen 1850 und 1920 zurück. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Reihenhäuser, die nicht nur die Straßen der Stadt prägen, sondern auch einen interessanten Mix aus Baustilen wie Klassizismus, Historismus und Jugendstil aufweisen. Besonders charakteristisch sind die hohen Gebäude mit schmaler Bauweise und typischen Stuckverzierungen, die den bunten Fassaden und Erkern einen besonderen Charme verleihen. Die Häuser, ursprünglich als Einfamilienhäuser konzipiert, besitzen oft ein Souterrain, das heute vielfältig genutzt wird.
Die typischen Bremer Häuser
Was macht die Bremer Häuser so besonders? Diese altbremer Bauweise, die zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1930er Jahren in der Stadt entstand, ist vor allem durch ihre Einfamilienhäuser in Reihenbauweise geprägt. Häufig handelt es sich um zwei- bis dreigeschossige Häuser mit einem Souterrain, das einst für Küchen und Wirtschaftsräume genutzt wurde. Heute liegt das Souterrain üblicherweise ein bis zwei Meter unterhalb des Straßenniveaus und ist über eine Außentreppe erreichbar, was den Wohnraum clever erweitert.
Eines der markanten Merkmale der Bremer Häuser ist die Gestaltung der Fenster. Während die Fenster zur Straße hin größer angelegt sind und häufig einen äußeren geraden Sturz besitzen, sind die Rückfenster kleiner und einfacher gestaltet. Diese sorgfältige Planung zeigt, wie sehr die Bauweise durch soziale und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst wurde. Zuletzt wurde sie auch durch die Entwicklung der bremischen Bauordnung im 19. Jahrhundert mitbestimmt, die beispielsweise die Errichtung von Hinterhäusern verbot.
Beliebtheit und Denkmalschutz
Das Flüsseviertel hat sich zu einer beliebten Touristenattraktion gemausert, und die Altbremer Häuser sind nicht nur begehrt als Wohnraum, sondern auch als geschützte Denkmale. Eine umfassende Denkmaldatenbank, die über 2000 Kulturdenkmale Bremens umfasst, bietet einige Informationen über diese Strukturen. Hier finden sich historische Daten, Entstehungsgeschichten und Abbildungen, um den einzigartigen Charakter des Viertels zu würdigen. Die Denkmalliste wird regelmäßig aktualisiert und zeigt die kulturellen Besonderheiten, die Bremen zu bieten hat.
Beeindruckend ist auch, dass trotz des Anstiegs der Grundstückspreise im Zuge des Anschlusses an den Zollverein viele dieser historischen Häuser auch heute noch erhalten sind und die Stadt prägen. Aufgrund ihrer großen Bedeutung für das Stadtbild sind einige dieser Häuser unter Denkmalschutz gestellt, was ihre Bewahrung für zukünftige Generationen sichert.
Das Flüsseviertel in Bremen ist damit nicht nur ein Ort voller Geschichte und lebendiger Architektur, sondern auch ein lebendiges Beispiel dafür, wie städtische Wohnkultur in der Vergangenheit gelebt wurde und heute noch geschätzt wird.
Für mehr Informationen über das Flüsseviertel und die Bremer Häuser, besuchen Sie die Artikel auf t-online.de, Wikipedia und denkmalpflege.bremen.de.






