In einem bemerkenswerten Schlag gegen den Handel mit gestohlenen Autoteilen haben Polizeibeamte aus Lüneburg und Litauen einen 51-Jährigen festgenommen. Die Festnahme fand am 12. Februar 2026 in Kaunas, Litauen, statt. Der Mann wird beschuldigt, zwischen 2020 und 2025 insgesamt 60 Taten begangen zu haben, die einen Schaden von über 900.000 Euro verursacht haben. Die Tatorte erstrecken sich über mehrere Regionen, darunter Jesteburg, Ramelsloh, Maschen, Salzhausen im Landkreis Harburg sowie Schneverdingen, Soltau und Bad Fallingbostel im Heidekreis. Betroffen sind vor allem teure Autos deutscher Premiummarken.

Die Diebstähle wurden meist in den Nachtstunden verübt, wobei die Täter gewaltsam in die Fahrzeuge eindrangen und gezielt hochwertige Teile wie Scheinwerfer, Lenkräder, Airbags, Außenspiegel und Multimediaeinheiten demontierten. Bei der Durchsuchung des Wohnhauses des Verdächtigen wurden diverse Fahrzeugteile entdeckt, deren Zuordnung zu weiteren Straftaten noch im Gange ist. Zudem wurde das Auto des Mannes sichergestellt, um zu prüfen, ob gestohlene Teile verbaut wurden. Die Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg haben monatelang ermittelt, wobei auch gegen drei weitere Männer im Alter von 52, 55 und 62 Jahren ermittelt wird. Zeitgleiche Durchsuchungen fanden sowohl in Litauen als auch im Heidekreis statt. Der 51-Jährige soll in den kommenden Wochen nach Deutschland ausgeliefert werden, um sich hier vor Gericht zu verantworten. Weitere Informationen zu diesem Fall finden Sie in dem Artikel auf n-tv.de.

Ein wachsendes Problem in Europa

Der Fall ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Der Schwarzmarkt für Autoteile boomt, und der Teilediebstahl stellt ein wachsendes Problem in Europa dar. Hierzulande wurden im Jahr 2024 über 16.000 Fahrzeuge gestohlen, während Frankreich mit über 140.000 Diebstählen die traurige Spitze in Europa einnimmt. Täter sind gut vernetzt und transportieren gestohlene Autos schnell ins Ausland, oft über die deutsch-polnische Grenze. Diese Fahrzeuge werden dann häufig manipuliert, sodass sie bei Grenz- und Polizeikontrollen kaum auffallen.

Moderne Diebstahlmethoden wie elektronische Schlüsselsignale und Relay-Angriffe ermöglichen es den Kriminellen, Autos innerhalb weniger Minuten zu stehlen. Experten berichten von erschreckenden Vorfällen, bei denen Überwachungskameras zeigen, wie vermummte Männer in weniger als drei Minuten zwei Autos stehlen. Europäische Polizeispezialeinheiten arbeiten rund um die Uhr, um solche Diebesbanden zu stoppen und haben bereits mehrere internationale Auto-Mafia-Ringe zerschlagen. Dennoch entwickeln die Täter immer ausgefeiltere Methoden, die die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen stellen. Diese Informationen stammen aus einem Bericht von ZDF.

Sicherheitsmaßnahmen für Reisende

Angesichts der steigenden Autodiebstahlraten in Europa, insbesondere mit der beginnenden Reisesaison 2025, sind Sicherheitsbedenken für Reisende gewachsen. Eine Analyse der Fahranfängerversicherung Zego hat europäische Länder mit den höchsten Autodiebstahlraten identifiziert. Während Frankreich an oberster Stelle steht, folgen Griechenland und Italien. Experten betonen die Notwendigkeit zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen für Reisende, um sich vor möglichen Diebstählen zu schützen.

Zu den empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen gehören die Nutzung bewachter Parkplätze, das Parken in gut beleuchteten Bereichen, die Verwendung von Diebstahlsicherungen bei Mietwagen und die Aufbewahrung von Autoschlüsseln an sicheren Orten. Auch das Verstecken von Wertgegenständen im Auto kann dazu beitragen, das Risiko eines Diebstahls zu minimieren. Die hohe Rate an Autodiebstählen wird häufig durch organisierte Kriminalität begünstigt, und gestohlene Fahrzeuge werden oft über Grenzen transportiert und verkauft. Die Bekämpfung des Autodiebstahls erfordert eine internationale Zusammenarbeit der Polizeibehörden, wie aus einem Bericht von Aviation Direct hervorgeht.