In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich in Deutschland die Novemberpogrome, eine düstere Episode in der Geschichte des Landes. Auch in Bremen erinnert man an diese schrecklichen Ereignisse und plant verschiedene Gedenkveranstaltungen, um die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nie zu vergessen. Wie butenunbinnen.de berichtet, stehen die Bürgerinnen und Bürger in Bremen bereit, ihrer Verantwortung nachzukommen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Am 10. November um 11 Uhr findet im Rosenak-Haus eine Gedenkveranstaltung der Bürgerschaft statt. Die Kolpingstraße wird von 8 bis 12 Uhr gesperrt sein, um den Veranstaltungsteilnehmenden einen sicheren Zugang zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Teil des Gedenkens ist der Stadtspaziergang durch Bremen, der am 9. November von 14 bis 16 Uhr stattfinden wird. Hierbei liegt der Fokus auf drei Gedenkorten der Novemberpogrome, und eine Anmeldung ist erforderlich.

Veranstaltungen und Gedenkstätten

Zusätzlich stehen an diesem Tag mehrere Veranstaltungen auf dem Programm. Unter anderem wird im Stephaniviertel ein Rundgang zu den Stolpersteinen angeboten. Um 15 Uhr starten Interessierte an der Stephanikirche und erfahren aus erster Hand von den Geschichten, die hinter den einzelnen Gedenksteinen stehen. Die Stolpersteine, die seit 2004 auch in Bremen verlegt werden, sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das sich der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes widmet.

Ein Highlight ist die Lichtkunstinstallation „(Aus dem) Schatten“ von Léonard Jäger und Jens Genehr, die den Bunker Valentin iluminieren und an die vergessenen Schicksale erinnern wird. Diese außergewöhnliche Lichtinstallation ist am 9. November von 18 bis 20 Uhr zu besichtigen und bietet eine tolle Möglichkeit, in die Gedanken und Erinnerungen einzutauchen.

Ein Beitrag zur Erinnerungskultur

Das Stolperstein-Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben der nationalsozialistischen Opfer – seien es Juden, Sinti, Roma oder politisch Verfolgte – sichtbar zu machen. Seit der Einführung in Bremen wurden bereits 802 dieser kleinen Gedenksteine verlegt. „Wir danken dem Senat und den Beiräten für ihre Unterstützung“, teilt der Bremer Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ mit, der gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen die Verlegungen koordiniert.

Das Gedenken wird abgerundet durch eine Kranzniederlegung in Bremerhaven am 9. November um 11.30 Uhr an der Synagoge Kleiner Blink 6, bei der der Bremische Landesrabbiner Shimon Netanel Teitelbaum Kaddisch sprechen wird. Und nicht zu vergessen: Die „Nacht der Jugend“ im Bremer Rathaus am 12. November unter dem Motto „We All Need Each Other“ öffnet die Türen für Zeitzeugen-Gespräche, unter anderem mit dem Musiker Kurt Tallert.

Gemeinsam setzen die Bremer mit diesen Veranstaltungen ein starkes Zeichen für die Erinnerungskultur und zeigen, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten darf. Schauen wir also hin und gedenken wir zusammen der Opfer – sei es bei einem Rundgang zu den Stolpersteinen oder in der Gemeinschaft am Gedenktag im Rosenak-Haus.