Hörgeräte im Test: Schnell zum neuen Klang mit nur 28 Tagen Gewöhnung!
Erfahren Sie, wie moderne Hörsysteme die Lebensqualität verbessern und die Gewöhnungsphase verkürzen können. Insights aus Bremen.

Hörgeräte im Test: Schnell zum neuen Klang mit nur 28 Tagen Gewöhnung!
Hörverlust kann schleichend sein und lange Zeit unbemerkt bleiben. Oft dauert es sieben bis zehn Jahre, bis Betroffene die Veränderungen wahrnehmen. Viele haben Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen oder Veranstaltungen zu genießen. In diesem Kontext hat das Unternehmen HörVergnügen, gegründet von Marvin Schlichting und Sebastian Aschern vor etwa zehn Jahren, das Ziel ins Auge gefasst, Menschen aus der Stille zu helfen, in die sie sich gewöhnt haben. Fachgeschäftsleiterin Daniela Klose-Jost betont, dass moderne Hörsysteme enorme Vorteile bieten, jedoch auch Herausforderungen mit sich bringen, da viele Geräusche neu wahrgenommen werden müssen.
Eine gewöhnungsreiche Phase von etwa sechs bis neun Monaten ist für neue Hörsysteme nicht unüblich. Interessanterweise brechen rund 30 Prozent der Nutzer ihre Versuchsanpassungen ab. Doch es gibt Lichtblick: Durch gezieltes Hörtraining kann diese Gewöhnungszeit auf etwa 28 Tage verkürzt werden. Ein entscheidender Aspekt hierbei ist die Anpassung des Gehirns an eine neue Klangwelt. Ihr HörVergnügen ermöglicht es, die Systeme individuell zu gestalten, sodass Hintergrundgeräusche minimiert und Gespräche klarer wahrgenommen werden können. Statistik zeigt, dass etwa ein Viertel der Hörsysteme ungenutzt in Schubladen landen, was auf ein vielschichtiges Problem hinweist.
Einladung zur Innovation
Sollten Sie auf der Suche nach einem geeigneten Hörgerät sein, könnte das innovative „Hörgeräte-Speed-Dating“ eine gute Gelegenheit sein. Hierbei können Interessierte innerhalb von 15 Minuten verschiedene Technik- und Preisstufen testen. Ziel ist es, alltagsgerechte Lösungen für Gespräche, Musik und den beruflichen Alltag zu finden. Positive Rückmeldungen von Kunden belegen, dass sich ihre Lebensqualität durch entspanntere Gespräche und Freude an der Musik merklich verbessert hat. Kunden haben die Möglichkeit, Hörsysteme kostenlos und unverbindlich für 28 Tage im Alltag auszuprobieren.
HörVergnügen wurde 2018 mit dem WLH-Gründerpreis geehrt und zeigt, dass Engagement für die Hörgesundheit in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Die Öffnungszeiten des Fachgeschäfts sind von Montag bis Freitag zwischen 8 und 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr. Interessierte erreichen das Team unter der Telefonnummer 0421 / 43 77 77 87 oder auf der Website www.ihr-hoervergnuegen.de.
Gemeinschaftliche Forschung für bessere Versorgung
Doch das ist nur ein Teil des großen Ganzen. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat jüngst das Projekt „HearForFuture“ ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Völter, Leiterin des CI-Zentrums Ruhrgebiet, wird untersucht, wo die Schwachstellen in der Hörhilfenversorgung in Deutschland liegen. Mit über 6 Millionen Menschen über 60 Jahren, die von Schwerhörigkeit betroffen sind, hat das Projekt das Ziel, Versorgungslücken zu erfassen und zu analysieren. Dabei zeigt sich, dass unversorgter Hörverlust mit Risiken wie Stürzen, Depressionen und sogar Demenz verbunden ist.
Das Projekt nutzt Krankenkassendaten, Patientenbefragungen und eine Untersuchung von Leistungserbringern, um ein praxistaugliches Versorgungskonzept zu entwickeln. Der Innovationsfond des G-BA unterstützt das Vorhaben mit rund 1,3 Millionen Euro über eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Es ist klar, dass der Zugang zu Hörhilfen verbessert werden muss, um die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Der Gesprächsabend am 5. März im Café Elis im St. Elisabeth-Hospital wird eine Gelegenheit bieten, mehr über diese wertvolle Initiative zu erfahren.
Weltweite Herausforderungen im Bereich Hörverlust
Im globalen Kontext hat die WHO vor zwei Jahren den ersten World Report on Hearing veröffentlicht. Dieser Bericht zielt darauf ab, Maßnahmen zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Hörstörungen in nationale Gesundheitspläne zu integrieren. Besonders bemerkenswert ist, dass der Bericht zahlreiche Daten über den Hörverlust bereitstellt und auf kosteneffiziente Lösungen verweist – jedoch liegt bislang keine deutsche Übersetzung vor. Eine Arbeitsgruppe hat sich daher zusammengeschlossen, um die Klassifikation von Hörverlusten ins Deutsche zu übertragen, mit dem Ziel, klare Begriffe zu schaffen, die die funktionalen Auswirkungen auf die Kommunikation beschreiben.
Insgesamt ist klar: Das Thema Hörverlust ist komplex und erfordert sowohl individuelle als auch gesamtgesellschaftliche Lösungen. Der Weg zu besserer Hörversorgung führt über Aufklärung, innovative Ansätze und den unermüdlichen Einsatz von Fachleuten in diesem Bereich.