Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens eindringlich an die Fußballfans appelliert, sich für Sicherheit und Ordnung im Stadion einzusetzen. Wie n-tv berichtet, erwartet sie von den Anhängern eine friedliche und respektvolle Unterstützung ihrer Vereine, im Einklang mit den geltenden Gesetzen. Behrens ist sich bewusst, dass die Mehrheit der Fans verantwortungsbewusst handelt, betont jedoch, dass eine kleine Gruppe von Chaoten durch Gewalt und Pyrotechnik nicht nur den Sport, sondern auch die allgemeine Sicherheit gefährdet.
„Solches Verhalten werden wir nicht akzeptieren“, machte die Ministerin deutlich. Sie sieht keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen den Fans, der Polizei und der Politik, jedoch sorgt das Verhalten einzelner Gruppen für Spannungen. Ende des Jahres 2025 kam es bundesweit zu Protesten von Fußballfans gegen mögliche Verschärfungen der Sicherheitsmaßnahmen in Stadien. Dabei war die Diskussion um personalisierte Tickets oder Gesichtserkennung zunächst abgewendet worden.
Gemeinsam gegen Gewalt im Fußball
Auf einem Sicherheitsgipfel in München, bei dem Politiker und Fußball-Verbandschefs zusammentrafen, wurde erneut das Thema „Gewalt im Fußball“ besprochen. Wie ZDF berichtet, betonte DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke, dass der Besuch eines Fußballspiels sicher sein sollte. Bayern Innenminister Joachim Herrmann zeigte sich optimistisch, dass Fortschritte erzielt wurden, kündigte jedoch an, dass noch viel Arbeit vor uns liege. Die Toleranz gegenüber Pyrotechnik in den Stadien wurde klar abgelehnt, da Herrmann die Gefahren, die von dieser ausgehen, immer wieder relativierte, ohne die ernsthafte Situation zu beschönigen.
Der Sicherheitsgipfel resultierte in der Entscheidung, eine zentrale Stadionverbotskommission mit einheitlichen Kriterien einzuführen und auch die Aus- und Weiterbildung der Ordner innerhalb der Stadien zu intensivieren. Obwohl einige Maßnahmen, wie Kollektivstrafen, nicht weiter verfolgt wurden, blieb der Druck auf den Fußball hoch, um die Sicherheitsproblematik proaktiv anzugehen.
Die Rolle der Fans
Trotz der Bemühungen von DFB und DFL gibt es Kritik aus den Reihen der Fans. Vertreter von Fanbündnissen, wie dem „Unsere Kurve“, äußerten Bedenken zur Einführung einer zentralen Stadionverbotskommission und forderten eine stärkere Berücksichtigung der lokalen Anlaufstellen. Auch auf den letzten Treffen zwischen DFB, DFL und den Innenministern wurden Fanvertreter nicht einmal eingeladen, was Fragen zur Transparenz und Mitbestimmung aufwirft.
Zusätzlich gewährte ein ZIS-Bericht einen Einblick in die aktuelle Situation: Er zeigt einen Anstieg von Verletzungen und Verfahren rund um Fußballspiele in der vergangenen Saison im Vergleich dazu, was in früheren Jahren als unproblematisch galt. Dennoch bleibt das Thema Pyrotechnik umstritten. Der DFB plant ein Pilotprojekt, um kontrolliertes Abbrennen zu erproben, während die AG Stadionsicherheit Vorschläge für Einlasskontrollen und eine bessere Kommunikation mit den Fans erarbeitet.
Die Situation im deutschen Fußball bleibt angespannt. Es bedarf eines intensiven Dialogs und einer klaren Abgrenzung von Gewalt, um sowohl die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten als auch den Spaß am Sport nicht zu verlieren. Die Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, der sowohl die Rechte der Fans wahrt als auch ein sicheres Stadionerlebnis garantiert. Wie Sportschau zusammenfasst, müssen Ansätze gefunden werden, die alle Beteiligten einbeziehen, um langfristige Lösungen zu schaffen.