Deutschland steht in der aktuellen Gasspeicher-Situation vor einem herausfordernden Winter. Am 23. November 2025 beträgt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland 71,69 % und ist damit um 0,79 % im Vergleich zum Vortag gesunken. Das ist ein ernstes Signal, denn verglichen mit den Vorjahren zu diesem Zeitpunkt liegt der Füllstand deutlich niedriger. Tatsächlich lag der Anfang des Monats noch bei 75 % und hat sich nun kontinuierlich verringert. Besonders bemerkenswert ist auch der Rückblick auf die letzten Monate: Im Vergleich zum historischen Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 ist der aktuelle Stand um 15 Prozentpunkte reduziert, was sich spürbar auf die nationale Gasversorgung auswirken kann, wie die NDR berichtet.

Die Erfordernisse zur Erreichung bestimmter Füllstandwerte sind klar im Gesetz festgelegt: So müssen bis zum 1. September 75 %, bis zum 1. Oktober 85 % und bis zum 1. November 95 % der Kapazität erreicht werden. Diese Vorgaben sind für die Sicherheit der Gasversorgung wichtig, vor allem in den kalten Wintermonaten. Dennoch scheint Deutschland momentan auf einem stabilen Kurs zu sein, auch wenn die Probleme nicht ignoriert werden können. Laut Allgäuer Zeitung war der Gesamtgasverbrauch in 2024 mit rund 844 TWh um 3,5 % höher als im Vorjahr, wobei der größte Teil in Wintermonaten, insbesondere in Dezember und Januar, anfällt.

Ein Blick auf die Füllstände

Aktuell sind mehrere Gasspeicher in Deutschland nur zur Hälfte gefüllt, darunter der größte Speicher in Rehden. Seit Jahresbeginn sind die Gasspeicher merklich leerer als in den Vorjahren, ein Umstand, der vor allem auf den kälteren Winter sowie den hohen Gasverbrauch in der Industrie zurückzuführen ist. Von November bis Februar zeigt sich ein stark erhöhter Bedarf. In der Woche vom 10. bis 16. November 2025 betrug der Gasverbrauch 19 TWh, was einer Reduzierung von 21,5 % im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 entspricht, schildert ZDF.

Die Rolle der Importe und die Zukunft der Gasversorgung

Die gasversorgende Rolle hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Norwegen hat Russland längst als Hauptgaslieferant abgelöst, und die Gasversorgung aus Flüssigerdgas (LNG) über neue Terminals ist ebenfalls in den Startlöchern. Die neuesten Entwicklungen zeigen, dass Deutschland mittlerweile hauptsächlich Gas aus Norwegen und den Niederlanden bezieht. Im Gegensatz dazu sind die Gasimporte aus Russland praktisch zum Stillstand gekommen, was letztlich die Notwendigkeit einer stabilen und vielfältigen Gasversorgung verdeutlicht.

Mit dieser Umstellung und den neuen Strategien ist Deutschland trotz der aktuellen Herausforderungen, die durch die gesunkenen Füllstände entstehen, in der Lage, einen Teil des Gasbedarfs über die Gasspeicher für etwa zwei kalte Wintermonate zu decken. Und obwohl die Situation derzeit angespannt ist, gibt es keine unmittelbare Gasmangelle, was auch darauf hindeutet, dass die Bundesregierung im Notfall auf einen Gas-Notfallplan zurückgreifen könnte, um die wichtigsten Verbraucher zu schützen.