In Hamburg ist ein bedeutender Schritt in Richtung Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs vollzogen worden. Am 1. Dezember 2025 wurde der erste speziell für autonom fahrende Busse konzipierte Betriebshof, der „AD Hub“, feierlich fertiggestellt. Dieser Hub ist rund 2.000 Quadratmeter groß und wurde von der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) errichtet. Er liegt zentral im Betriebsgebiet des Projekts ALIKE in Barmbek, direkt an der U-Bahn-Haltestelle Hamburger Straße. Hier sollen ab 2024 die autonomen Shuttles des Herstellers HOLON eingesetzt werden, die ab 2026 auch Passagiere befördern werden. Hochbahn berichtet, dass die Shuttles Platz für bis zu 15 Personen bieten und barrierefrei gestaltet sind.

Doch was macht den AD Hub so besonders? Neben Stellflächen für zehn autonome Shuttles bietet der Betriebshof eine umfassende Ladeinfrastruktur für den vollelektrischen Betrieb. Außerdem ist er mit Netzwerktechnik und großen Datenupload-Stationen ausgestattet. Die Wartung und Instandhaltung der Shuttles werden in einer eigenen Werkstatt durchgeführt. Zudem gibt es ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude, das Platz für das technische Team und die zentrale Leitstelle bietet. Diese sorgfältige Planung unterstreicht den Anspruch, den öffentlichen Nahverkehr in Hamburg auf ein neues Level zu heben.

Nachhaltigkeit und Innovation

Besonderen Wert legte man bei der Gestaltung des AD Hubs auf Nachhaltigkeit. Hier kommen die modulare Bauweise, Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen zum Einsatz. Der Vorstandsvorsitzende der HOCHBAHN, Robert Henrich, betont die Notwendigkeit solcher Innovationen, um den öffentlichen Verkehr zukunftssicher zu machen. Das gesamte Projekt ALIKE wird mit 26 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr gefördert und gilt als ein wichtiger Baustein für die Entwicklung autonomer Mobilität in Deutschland.

Apropos autonomes Fahren: Die Shuttles von HOLON wurden Anfang 2023 im Rahmen der CES Elektronikmesse in Las Vegas vorgestellt. Die Erfahrungen, die mit diesen Fahrzeugen gesammelt werden, sind nicht nur für die Betreiber von Interesse. Auch die Akzeptanz in der Gesellschaft soll untersucht werden, und daher werden in der Anfangsphase Testfahrten ohne Passagiere durchgeführt. Hamburg.de weist darauf hin, dass die Shuttles über Apps wie hvv switch und MOIA buchbar sein werden, was die Nutzerfreundlichkeit erhöht.

Ein Blick in die Zukunft

Die HOLON-Shuttles werden in zunächst geschlossenen Nutzergruppen getestet, die von Stadtpark bis zur Elbe und vom Schlump bis nach Wandsbek fahren sollen. Während der Testfahrten werden Sicherheitsfahrerinnen und -fahrer die Überwachung der autonomen Fahrten übernehmen. Die Höchstgeschwindigkeit der autonomen Shuttles beträgt bis zu 60 km/h. Mit den Updates und Verbesserungen im Nahverkehr ist Hamburg die erste europäische Stadt, die diese Technologie implementiert und sich damit in eine Vorreiterrolle begibt.

Doch wie wird sich die technische Entwicklung auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger auswirken? Das bleibt spannend zu beobachten, denn innovative Ideen machen nicht nur die Stadt attraktiver, sie bieten auch für die kommenden Generationen eine nachhaltige Mobilitätslösung. Das ist ein gutes Stück Zukunft, das hier in Barmbek seinen Anfang nimmt.