Die Köhlbrandbrücke, ein zentrales Verkehrsinstrument im Hamburger Hafen, hat am vergangenen Wochenende für Aufregung gesorgt. Aufgrund von Sanierungsarbeiten war die ikonische Brücke bis Montagmorgen um 5 Uhr voll gesperrt. Der Grund für die Arbeiten liegt im Ausbau der Autobahn 7, die von sechs auf acht Fahrstreifen erweitert wird. Besonders kritisch ist die Bedeutung der Brücke, da sie großen Containerschiffen den Zugang zum Terminal Altenwerder erschwert, berichtet NDR.
Der Rückbau der provisorischen Umfahrung und die Wiederherstellung des ursprünglichen Trassenverlaufs unter der Autobahn A7 machen die Sanierung noch dringlicher. Für das kommende Jahr sind insgesamt sechs weitere Wochenendsperrungen für Wartungsarbeiten in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober eingeplant. Details zu den Schließungen können auf der offiziellen Website der Hamburg Port Authority (HPA) eingesehen werden.
Die Geschichte der Köhlbrandbrücke
Die Köhlbrandbrücke, die seit ihrer Eröffnung am 20. September 1974 die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Bundesautobahn 7 verbindet, gilt als marode. Mit einer Gesamtlänge von 3.618 Metern und einer lichten Höhe von ursprünglich 53 Metern ist sie eine der beeindruckendsten Brücken Deutschlands. Geschätzt 30.000 Fahrzeuge nutzen sie täglich, was eine intensive Wartung erforderlich macht. Ihre Konstruktion als Schrägseilbrücke, geplant von Paul Boué und seinen Kollegen, hat sich als äußerst robust erwiesen, jedoch ist die Notwendigkeit eines Neubaus offensichtlich geworden, wie auch der Hamburger Senat in einem Beschluss von April 2024 festlegte.
Die Baukosten der Brücke beliefen sich damals auf 160 Millionen Deutsche Mark, und im Jahr 2014 wurden 61 Millionen Euro für umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen investiert. Jetzt plant man jedoch eine neue Brücke, die eine Durchfahrtshöhe von mindestens 73,5 Metern haben soll. Der Bauvorgang für die neue Brücke wird voraussichtlich im vierten Quartal 2025 in eine entscheidende Phase eintreten, wenn die Auswahl der Entwürfe stattfindet, so Hamburg.de.
Ausblick und zukünftige Planung
Für die neue Köhlbrandbrücke wurde eine Verkehrsfreigabe vor dem Jahr 2040 in Aussicht gestellt. Dies umfasst einen Wettbewerbsprozess, bei dem bis zu acht international tätige Planungsbüros eingeladen sind, ihre Ideen einzureichen. Die Vergabe der Planungsleistung und die Grundzüge der Konstruktion und Gestaltung erfolgen nach Abschluss des Verfahrens. Der endgültige Entwurf wird durch ein Fachgremium anhand festgelegter Kriterien ausgewählt.
Die Notwendigkeit eines Neubaus wird auch durch die steigenden Unterhaltskosten von über sieben Millionen Euro im Jahr 2023 und elf Millionen Euro ab 2029 untermauert. Ein Tunnelbau wurde ebenfalls in Erwägung gezogen, doch die neue Brücke ist als 26 % kostengünstigere Alternative ins Rennen gegangen. Die bestehenden Wartungsmaßnahmen und die Fragen zur Finanzierung sind also drängender denn je.
Mit dem Neu- und Umbauten, die noch auf uns zukommen, zeigt die Hamburger Hafenstadt, dass sie sich auf die Herausforderungen der Zukunft einstellt und dabei die Verkehrsinfrastruktur im Blick hat. Besonders die Köhlbrandbrücke wird damit auch in den kommenden Jahren ein wesentliches Thema bleiben.