Im Februar 2025 wurde ein Pottwal-Kadaver in Hörnum auf Sylt geborgen. Die Bergung und Zerlegung des etwa 14,3 Meter langen Walbullen, der mehrere Tonnen wog, dauerte zwei Tage und zog zahlreiche Schaulustige an. Tierärzte hatten die Aufgabe, Proben des Wals im Labor zu analysieren, um Einblicke in seine Lebensweise und Gesundheit zu gewinnen. In einem der vier Mägen des Wals fanden die Experten Reste von Fisch und Tintenfisch. Zudem wurde ein Parasitenbefall im Unterhautfettgewebe sowie ein leichter Befall des Darms festgestellt. Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustands konnten viele innere Organe jedoch nicht zuverlässig beurteilt werden. Die Untersuchung liefert wertvolle Hinweise zum Leben und zur Gesundheit von Pottwalen in der Nordsee. Proben wurden sowohl in Büsum (Kreis Dithmarschen) als auch an der Universität Lüttich in Belgien analysiert, und Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover waren ebenfalls an der Analyse beteiligt. Quelle.

Die Todesursache des Pottwals wurde an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover festgestellt. Es wird vermutet, dass der Wal an seinem eigenen Gewicht erstickt ist. Pottwale bewegen sich normalerweise in tiefen Gewässern und nicht in Tidengewässern; sie können bei Grundberührung von ihrem eigenen Gewicht erdrückt werden. Der Wal hatte sich offensichtlich in flache Gewässer vor Sylt verirrt. Mögliche Gründe dafür könnten der Klimawandel, gestörte Magnetfelder oder der Schiffsverkehr sein. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Pottwal bereits länger tot war, als er entdeckt wurde. Weitere Proben des Wals werden in Büsum untersucht, um mehr über die Herkunft und mögliche Schadstoffe im Fettgewebe zu erfahren. Wissenschaftler sind besonders an Erkenntnissen über junge, männliche Pottwale interessiert. Der Kiefer des Pottwals, der abgetrennt wurde, soll ab Winter 2027 im Erlebniszentrum in List auf Sylt ausgestellt werden. Quelle.

Der Pottwal: Ein faszinierendes Wesen der Ozeane

Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist ein weltweit verbreiteter Wal aus der Unterordnung der Zahnwale, der sich hauptsächlich von Tintenfischen ernährt. Als einziger Großwal unter den Zahnwalen können männliche Pottwale in Tiefen von über 1000 Metern tauchen. Der Kopf des Pottwals macht bis zu einem Drittel der Gesamtlänge aus und enthält das Spermaceti-Organ, das mit Spermaceti gefüllt ist und mehrere Tonnen wiegen kann. Pottwalmännchen sind deutlich größer als Weibchen; Bullen erreichen über 20 Meter Länge und über 50 Tonnen Gewicht. Pottwale sind bekannt für ihre tiefen Tauchgänge, die regelmäßig 350 Meter überschreiten, und können bis zu 1000 Meter tief tauchen, wobei die Tauchgänge zwischen 20 und 100 Minuten dauern. Quelle.

Diese beeindruckenden Tiere zeigen ein komplexes Sozialverhalten: Weibchen leben in Gruppen, während Männchen Haremstrukturen bilden. Pottwale kommunizieren mittels Klicksequenzen, die als Codas bekannt sind. Historisch gesehen war der Walfang eine große Bedrohung für die Pottwal-Population, mit über 200.000 Pottwalen, die in den 1960er und 1970er Jahren jährlich getötet wurden. Heute sind Pottwale durch verschiedene internationale Abkommen geschützt, darunter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Die IUCN stuft den Pottwal als gefährdet ein, mit Bestandszahlen zwischen 360.000 und 1 Million Tieren. Quelle.

Insgesamt zeigt der Fall des Pottwals vor Sylt nicht nur die Herausforderungen auf, denen diese majestätischen Tiere im Meer gegenüberstehen, sondern auch die Bedeutung der Forschung, um mehr über ihre Lebensweise und die Bedrohungen durch den Menschen zu erfahren. Wissenschaftler setzen sich dafür ein, die Geheimnisse dieser faszinierenden Wesen weiterhin zu entschlüsseln und sie vor den Gefahren der modernen Welt zu schützen.