In Hamburg sorgt eine aktuelle Verkehrssituation für erhebliche Einschränkungen. Die A7 ist bis Montag, 5 Uhr, gesperrt. Betroffen sind die Fahrtrichtungen Flensburg zwischen Hamburg-Heimfeld und Volkspark sowie Hannover zwischen Hamburg-Stellingen und Heimfeld. Diese Vollsperrung tritt in den Kontext eines fortgesetzten Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di, der an der Leitzentrale des Elbtunnels stattfindet. Aufgrund des Warnstreiks stehen nur zwei von drei Fahrspuren pro Richtung am Elbtunnel zur Verfügung, was zu erheblichen Rückstaus führen könnte. Insbesondere Schwerlasttransporte sind hiervon betroffen, und die Polizei empfiehlt, während der Sperrung auf die Bahn umzusteigen, um Verzögerungen zu vermeiden. Die Buslinien 150, 250 und 611 werden über die Elbbrücken umgeleitet.
Die Gewerkschaft ver.di fordert in den aktuellen Verhandlungen mit der Autobahn GmbH 7% mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich. Die Verhandlungen werden am Mittwoch in Berlin fortgesetzt. Diese Situation ist nicht nur ein kurzfristiges Problem, sondern hat auch langfristige Auswirkungen, da die Autobahn 7 auf acht Spuren ausgebaut wird und ein Lärmschutztunnel in Altona bis 2028 fertiggestellt werden soll. Zukünftige 55-Stunden-Vollsperrungen sind bereits für die Zeiträume vom 20. bis 23. März 2026, 17. bis 20. April 2026, 8. bis 11. Mai 2026, 12. bis 15. Juni 2026, 26. bis 29. Juni 2026, 11. bis 14. September 2026 sowie 25. bis 28. September 2026 geplant.
Warnstreiks und ihre Auswirkungen
Die Warnstreiks, die von der Gewerkschaft ver.di für die Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes ausgerufen wurden, betreffen zentrale Betriebs- und Verkehrsleitzentralen. Die Zeiträume der Warnstreiks sind genau festgelegt: vom 20. Februar 2026 um 6:00 Uhr bis zum 21. Februar 2026 um 6:00 Uhr sowie vom 23. Februar 2026 um 0:00 Uhr bis zum 24. Februar 2026 um 6:00 Uhr. Während dieser Zeit wird der Elbtunnel nur mit zwei Fahrstreifen je Richtung geöffnet sein, was die Verkehrslage weiter verschärfen dürfte. Es wird mit Verkehrschaos auf der A7 und im gesamten Hamburger Stadtgebiet gerechnet, sodass Pendler dringend geraten wird, alternative Verkehrsmittel zu nutzen oder den Bereich weiträumig zu umfahren.
Schwerlasttransporte sind besonders betroffen, da keine Transporte über den Elbtunnel oder die Norderelbbrücke während der Streikzeiten stattfinden können. Diese Einschränkungen können nicht nur zu langen Staus führen, sondern auch zu Verzögerungen in der Logistik und bei Lieferketten. Die offizielle Umleitungsstrecke während der A7-Vollsperrung ist die A1, die ebenfalls mit erheblichen Rückstaus rechnen muss.
Hintergrund der Tarifverhandlungen
Der Hintergrund dieser Warnstreiks liegt in einem Tarifstreit bei der Autobahn GmbH. Ver.di fordert nicht nur die angesprochenen Gehaltserhöhungen, sondern kritisiert auch die vorgeschlagene Laufzeit von 29 Monaten und die Ablehnung eines Mindestbetrags zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Diese Forderungen sind Teil eines größeren Rahmens, in dem sich auch die jüngste Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst der Länder bewegt. Dort wurde nach langen Verhandlungen eine Einigung für 925.000 Tarifbeschäftigte erzielt, die Gehaltserhöhungen in mehreren Schritten vorsieht. Ursprünglich hatte ver.di auch hier 7% mehr Geld sowie eine kürzere Laufzeit von 12 Monaten gefordert.
In diesem Kontext wird deutlich, dass die aktuellen Streiks und Warnungen nicht isoliert betrachtet werden können. Es handelt sich um Teil eines weitreichenden Diskurses über angemessene Bezahlung und Arbeitsbedingungen im öffentlichen Sektor, dessen Auswirkungen auch auf die Verkehrsinfrastruktur sowie die Lebensqualität in Städten wie Hamburg spürbar sind. Die Verhandlungen und deren Ergebnisse werden daher mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, nicht nur von den Betroffenen, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit.