Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat jüngst auch in Nordrhein-Westfalen eine alarmierende Präsenz gezeigt. Am 14. Juni 2025 wurde das erste mit ASP infizierte Wildschwein in der Region nachgewiesen. Bis zum 11. Februar 2026 sind bereits 330 positive Fälle verzeichnet worden, die allesamt in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein liegen. Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen, nicht nur für die betroffenen Regionen, sondern auch für die angrenzenden Bundesländer, insbesondere Hessen. Das Hessische Umweltministerium hat aus diesem Anlass Maßnahmen zur Eindämmung der ASP ergriffen, wie der Bericht von Forstpraxis berichtet.
Staatsekretär Michael Ruhl betont die Wichtigkeit der Maßnahmen: „Die Jagd wird als unser wichtigstes Werkzeug zur Eindämmung der Seuche hervorgehoben.“ In Hessen sind die Arbeiten am Festzaun im Grenzgebiet zu Nordhessen bereits weit fortgeschritten, jedoch noch nicht abgeschlossen. Zudem werden Suchmaßnahmen zur Beobachtung von Wildschweinbewegungen und zur Auffindung toter Wildschweine verstärkt. Jagdausübungsberechtigte im ASP-freien Grenzgebiet sind dazu aufgefordert, Wildschweine verstärkt zu bejagen, um einen weiteren Ausbruch zu verhindern.
Sperrzonen und ihre Auswirkungen
Die Auswirkungen der ASP erstrecken sich auch auf die Einrichtung von Sperrzonen. Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg werden in die Sperrzone I einbezogen, und es besteht die Möglichkeit, dass auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf von der Ausweitung der Sperrzone betroffen sein könnte. Der genaue Verlauf der Sperrzonen wird in Abstimmung mit Nordrhein-Westfalen, dem Bund und der EU festgelegt. Es herrscht jedoch Unklarheit über mögliche Betroffenheit von Teilen Hessens durch Sperrzone II.
In Nordrhein-Westfalen haben die Veterinärbehörden der Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerlandkreis bereits Sperrzonen eingerichtet, um der Seuche Einhalt zu gebieten. Schutzmaßnahmen wurden durch Allgemeinverfügungen der drei Kreise veröffentlicht, und eine intensive Suche nach Kadavern ist im Gange, unterstützt von 15 Suchhundeteams. Ein Drohnenprojekt zur Überwachung der Wildschweinpopulation im Kerngebiet ist ebenfalls in Planung. Diese Maßnahmen sind notwendig, da die ASP für Schweine fast immer tödlich verläuft, während Menschen und andere Nutztiere nicht gefährdet sind.
Entwicklung und Ursprünge der ASP
Die Afrikanische Schweinepest ist keine neue Bedrohung. Ursprünglich auf Afrika beschränkt, wurden die ersten Fälle 2007 in Georgien gemeldet. Seitdem hat sich die Seuche in viele europäische Länder ausgebreitet, wobei die hohen Wildschweindichten und die niedrige Biosicherheit in östlichen Nachbarländern entscheidende Risikofaktoren darstellen. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut ist das Risiko eines Eintrags nach Deutschland durch illegale Verbringung kontaminierten Materials oder durch den Straßenverkehr als hoch einzuschätzen.
Die Situation ist auch in Bezug auf die Ausbildung von weiteren Suchhundeteams und die Umsetzung von Drohnenprojekten dynamisch. Die interaktive Karte der Restriktionszone bietet aktuelle Informationen über die Sperrzonen und die Situation vor Ort, was für die Bevölkerung und die Landwirtschaft von großer Bedeutung ist.
Insgesamt zeigt die aktuelle Lage der Afrikanischen Schweinepest die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens und einer engen Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Bundesländern und den zuständigen Behörden, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern und die Tierbestände zu schützen.