Am 20. Februar 2026 haben sich die hessischen Hilfsorganisationen, darunter der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), der Malteser Hilfsdienst (MHD) und der Landesfeuerwehrverband Hessen, in einem gemeinsamen Positionspapier an die Landespolitik gewandt. In Anbetracht der sich verändernden Rahmenbedingungen durch Klimawandel, extreme Wetterereignisse, Pandemien, Energieengpässe und Cyberangriffe ist der Appell unüberhörbar: Es sind dringend strukturelle Reformen im Katastrophenschutz notwendig, um die Einsatzkräfte angemessen zu unterstützen und die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern. Weitere Informationen finden Sie hier.
Norbert Södler vom DRK-Landesverband Hessen betont, dass die Einsatzkräfte moderne Strukturen und eine verlässliche Finanzierung benötigen, um ihre Aufgaben effektiv erfüllen zu können. Gleichzeitig äußert Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Hessen, dass ehrenamtliche Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen nicht die gleiche Absicherung wie die Freiwillige Feuerwehr genießen. Eine einheitliche Behandlung aller Einsatzkräfte ist entscheidend, um deren Motivation und Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.
Forderungen und Herausforderungen
Die Forderungen der Verbände sind klar: Es bedarf einer zuverlässigen, landesseitigen Finanzierung für Material, Fahrzeuge, Strukturen, Ausbildung und Übungskapazitäten. Zudem wird gefordert, 2 % des Bundes-Sondervermögens „Infrastruktur“ für die Hilfsorganisationen bereitzustellen. Die Kritik an den strukturellen Unterschieden zwischen Feuerwehren und Hilfsorganisationen ist deutlich; diese betreffen Freistellungen, Lohnfortzahlungen und den Versicherungsschutz.
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Anpassung der Erstattungssätze für Aus- und Fortbildung durch das Land. Die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltungsstrukturen wird als notwendig erachtet, um die ehrenamtlichen Helfer zu entlasten. Der Appell an die Landespolitik, das Positionspapier in die politischen Beratungen einzubeziehen, signalisiert die Dringlichkeit der Situation.
Die Rolle der Hilfsorganisationen
Die Hilfsorganisationen im hessischen Katastrophenschutz, wie der ASB, das DRK und die DLRG, spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Großschadenslagen. Der ASB, beispielsweise, ist unabhängig und engagiert sich mit über 100.000 Mitgliedern im Katastrophenschutz. Die DLRG ist die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt und kümmert sich um die Ausbildung von Helfern in verschiedenen Fachbereichen. Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst tragen durch ihre sozialen und karitativen Tätigkeiten zur Sicherheit der Bevölkerung bei.
Der Landesfeuerwehrverband Hessen (LFV Hessen) fungiert als Dachorganisation und Interessenvertretung aller Feuerwehren in Hessen und setzt sich für die Stärkung des Feuerwehr-Ehrenamts ein. Die Zusammenarbeit dieser Organisationen ist entscheidend, um die Herausforderungen im Katastrophenschutz gemeinsam zu meistern und die Öffentlichkeit über Brandschutzerziehung und -aufklärung zu informieren. Weitere Informationen über die Hilfsorganisationen finden Sie hier.
In Anbetracht der anhaltenden Krisen ist es unerlässlich, dass die politischen Entscheidungsträger die Anliegen der Hilfsorganisationen ernst nehmen und die notwendigen Reformen umsetzen. Nur so kann der Katastrophenschutz in Hessen zukunftsfähig gestaltet werden und die Einsatzkräfte entsprechend gewürdigt und unterstützt werden.