Mit den letzten Regenfällen zeigt sich wieder, was in den warmen Monaten unerlässlich ist: Die Mückenpopulation, insbesondere die gefürchtete Asiatische Tigermücke, nimmt rapide zu. Diese Thematik rückte deutlich ins Rampenlicht während des Hessentages in Bad Vilbel, der sich besonders den Gesundheitsrisiken und der Biologie dieser Stechmücken widmete. Die wiederholten Niederschläge nach heißen Tagen schaffen optimale Bedingungen für Mückenlarven, die unter anderem in stehenden Gewässern schlüpfen. Tagesschau berichtet von Larvenkonzentrationen von 100 bis 200 pro Liter Wasser, was eine erhebliche potenzielle Gefahr für die Bevölkerung darstellt.

Mit der steigenden Mückenpopulation kommen auch die Bekämpfungsmaßnahmen in Fahrt. Bereits am Pfingstwochenende wurden erste Schritte unternommen, unter anderem in Lampertheim, Groß-Gerau und Trebur, wo biologische Mittel wie BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) zum Einsatz kamen. Dies ist ein umweltfreundlicher Weg, um die Larvenpopulation zu minimieren. Bei Temperaturen über 25 Grad Celsius kann eine Mücke zudem rasant wachsen und innerhalb von etwa 17 Tagen ein neues Leben beginnen, wobei sie bis zu 300 Eier ablegen kann. Ein echtes Zahlen- und Fortpflanzungswunder, wenn man so möchte!

Asiatische Tigermücke: Ein gefährlicher Mitbewohner

Die Asiatische Tigermücke, wissenschaftlich bekannt als Aedes albopictus, ist nicht nur für ihr auffälliges schwarz-weißes Aussehen bekannt, sondern vor allem als Überträger tropischer Krankheiten wie dem Dengue-Fieber. Ihr Ursprung liegt im asiatisch-pazifischen Raum, jedoch hat sie sich in den letzten 30 Jahren Welt weit ausgebreitet, insbesondere durch den internationalen Handel und Reiseverkehr. Umweltbundesamt erklärt, dass die Durchführung von präventiven Maßnahmen in der Bevölkerung essenziell ist, um stehende Gewässer zu vermeiden, in denen die Mücken ihre Eier ablegen können.

Das Aussehen der Tigermücke ist geprägt durch ein kleines Körpermaß von maximal 0,9 cm und einer markanten Färbung. Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht mit heimischen Stechmückenarten, weshalb Aufklärungsarbeit wichtig ist. Diese Mücken sind besonders tagsüber und in der Dämmerung aktiv und suchen in der Regel Menschen als ihre bevorzugten Wirte auf.

Gesundheitliche Risiken und Prävention

Dazu kommt, dass nicht nur Mücken, sondern auch Zecken zu dieser Jahreszeit Hochkonjunktur haben. Diese kleinen Blutsauger können ebenfalls unliebsame Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen. Besonders in den südlichen und östlichen Regionen Hessens, wie im Landkreis Marburg-Biedenkopf, ist die Gefahr stark erhöht. Experten raten dazu, sich nach einem Aufenthalt im Freien genauer nach Zecken zu untersuchen und diese vorsichtig zu entfernen. Das LAGeSo hat zur Aufklärung spezielle Zeckenkarten verteilt, die wichtige Informationen zur Bekämpfung und Prävention bereitstellen.

Die allgemeine Empfehlung zur Mückenabwehr lautet: Wasseransammlungen in Gärten und auf Balkonen zu meiden, Regentonnen abzudecken und regelmäßig zu leeren sowie Schutzkleidung zu tragen, um sich nicht den unangenehmen Stichen der Plagegeister auszusetzen. Langfristige Prognosen zeigen, dass der Klimawandel die Situation weiter verschärfen könnte und immer mehr Regionen in Europa, inklusive Deutschland, günstige Bedingungen für die Tigermücke bieten werden.

Es bleibt also abzuwarten, wie die kommende Saison sich entwickelt. Aber eines ist sicher: Die Vorsicht, die die Menschen im Umgang mit diesen Blutsaugern walten lassen sollten, bleibt hoch im Kurs – und das nicht nur in Hessen!