Am 19. April 2026 sorgt eine Situation in Hümme für Aufregung und Besorgnis. Der Trainingsplatz, der bis vor kurzem als Camp für eine Gruppe Sinti und Roma diente, ist in einem bedauerlichen Zustand. Nach dem Abzug der Reisenden, die mit über 30 Wohnwagen drei Wochen auf dem Platz campierten, sind zahlreiche Schäden zurückgeblieben. Die Gruppe verließ den Platz am späten Freitagnachmittag im Konvoi, ohne sich abzumelden, was das Hofgeismarer Ordnungsamt völlig unvorbereitet traf.
Der Leiter der Polizeistation Hofgeismar, Alexander Wessel, äußerte den Wunsch, zu erfahren, wohin die Gruppe gefahren ist. Der Ortsvorsteher von Hümme, Ingo Pies, plant bereits, den Zustand des Rasens zu überprüfen und die Stadt zu kontaktieren. Der Trainingsplatz weist erhebliche Schäden auf: tiefe Rillen und Löcher im Rasen, die durch die Wohnwagen entstanden sind, sind nur einige der sichtbaren Mängel. Zudem ist der Platz mit Müll und Abfällen übersät, darunter Zigarettenstummel, Bonbonpapier, Schuhe, Rasierer und Essensreste. Anwohner berichten sogar von weiteren Müllansammlungen, darunter volle Mülltüten und Fäkalien. Die Bedenken, dass der Platz derzeit nicht für Kinder geeignet ist, sind mehr als berechtigt.
Reaktionen und bevorstehende Maßnahmen
Die Stadtverwaltung steht nun vor der Entscheidung, ob der Trainingsplatz gereinigt und wiederhergestellt wird. Daniela Pfeiffer, Leiterin des Hofgeismarer Ordnungsamtes, plant, sich ein Bild vor Ort zu machen. Die Gruppe hatte eine Duldung bis zum kommenden Mittwoch, brach jedoch fünf Tage früher auf, was die Situation komplizierter macht.
Die Umstände des Camps werfen auch Fragen hinsichtlich der Sicherheit auf. In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es gegen 1 Uhr zu einer Auseinandersetzung am Camp, als eine unbekannte Gruppe aus der Region sich dem Lager näherte. Holzscheite, die möglicherweise zur Verteidigung verwendet wurden, lagen am Ostersonntag am Straßenrand. Diese wurden offenbar von einem angrenzenden Grundstück entwendet, wobei die Identität der Entwender unklar bleibt.
Der rechtliche Rahmen
Die rechtliche Situation rund um den Aufenthalt von Sinti und Roma in Deutschland ist komplex. Laut einer Stellungnahme von Bürgermeister Sebastian Lasch (SPD) sind Sinti und Roma als europäische Minderheit anerkannt, haben jedoch keine Sonderrechte beim Abstellen von Wohnwagen. Eine generelle Abweisung durch die Polizeibehörde ist rechtlich nicht möglich, und der Aufenthalt der Gruppe stellt keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Die Stadt erhebt eine Sondernutzungsgebühr und berechnet die Kosten für einen Abfallcontainer, was den rechtlichen Umgang mit diesen Situationen verdeutlicht.
In den vergangenen Tagen war die Gruppe im Trendelburger Raum unterwegs und wollte ursprünglich in Kassel campieren. Aufgrund eines besetzten Landfahrerplatzes musste sie jedoch nach Hofgeismar weiterziehen. Die Hofgeismarer Polizei hat bereits Kenntnis davon, dass Bürger aus dem Altkreis Hofgeismar regelmäßig berichten, dass die Reisenden Dienstleistungen an Haustüren anbieten, wie Fassaden- und Dachreinigungen sowie Malerarbeiten.
Die Reaktionen auf die Situation in Hümme sind vielfältig. Während einige Anwohner besorgt über den Zustand des Platzes sind, bleibt die Frage, wie die Stadt mit der anhaltenden Problematik des Campierens von Sinti und Roma umgehen will. Das Vorhaben, den Trainingsplatz zu reinigen und wiederherzustellen, könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, um sowohl den Bedürfnissen der Reisenden als auch der Anwohner gerecht zu werden.