Die Diskussion um den Fluglärm in Rhein-Main erreicht erneut einen kritischen Punkt. Am 9. November 2025 wird in der Bürgerinitiative „Stopp Cindy-S“ eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Erzhausen stattfinden. Im Fokus der Veranstaltung steht vor allem die Abflugroute „Cindy S“, die vor kurzem probeweise nördlich verschoben wurde. Diese Änderung, die den dicht besiedelten Norden von Darmstadt umfliegen soll, hat bereits heftigen Widerstand ausgelöst, insbesondere vonseiten der Städte Rüsselsheim, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg. Diese planen, einen Antrag an die Fluglärmkommission zu stellen, um der besorgniserregenden Lärmbelastung entgegenzuwirken. FNP berichtet, dass …
Die Lärmbelastung, die durch die Abflugroute verursacht wird, wird als „grob gesetzeswidrig“ bezeichnet. Bürgerinitiativen argumentieren, dass die Verlagerung von Flugrouten nicht die Zahl der Betroffenen verringert und der Flugverkehr Lebensqualität sowie sozialen Frieden in der Region gefährdet. Vielmehr fordern sie, dass es weniger Flugbewegungen geben sollte, anstatt die Routen nur zu verlagern. Das ausgeklügelte Geplänkel um die Fluglärmkommission bringt auch Licht ins Dunkel: Unter anderem soll der „Segmented Approach“ für nächtliche Anflüge geändert werden. Zukünftig sollen Piloten bei Ostbetrieb bereits ab 22 Uhr auf den Anflugbasislinien eindrehen, was ebenfalls enorme Bedeutung für die Lärmminderung haben könnte.
Neue Vorschläge und Kritik
Die Kommunen haben eine optimierte Streckenvariante für den „Segmented Approach“ vorgeschlagen, bei der die Piloten früher auf den Endanflug eindrehen sollen. Ziel ist es, eine gerechte Lastenverteilung zwischen den drei Städten zu gewährleisten. Die Stadtoberhäupter sehen die Notwendigkeit, im Rahmen der Sitzung der Fluglärmkommission am 19. November ihren Antrag einzubringen. Hierbei bleibt Kritik an der Abflugroute „Cindy S“ bestehen, insbesondere von Seiten des Bündnisses „Kein Flughafenausbau“. Sie argumentieren, dass die bestehenden Flugroutenverlagerungen nicht die Anzahl der betroffenen Bürger reduzieren, was die ganze Problematik umso bedeutsamer macht.
In der Zwischenzeit setzen sich verschiedene Frankfurter Bürgerinitiativen für höhere Lärmzuschläge am Frankfurter Flughafen ein, vor allem in den Nachtstunden. Diese Initiativen fordern, dass ältere und lautere Flugzeugtypen teurer werden, um die Lärmbelastung zu reduzieren. Ein Bündnis, das Stadtteilinitiativen aus Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad umfasst, hat eine Stellungnahme an das hessische Wirtschaftsministerium gerichtet. Sie verlangen eine deutliche Erhöhung der Lärmzuschläge, was zu einer nachhaltigen Minderung der nächtlichen Lärmbelastung beitragen könnte. Die nächste große Anforderung richtet sich an Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD), der aufgefordert wird, den Antrag des Flughafenbetreibers Fraport zur Genehmigung der neuen Entgeltordnung, die Anfang 2025 in Kraft treten soll, in seiner aktuellen Form abzulehnen. Die Zeit berichtet dazu, dass …
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung führen können. Eines ist jedoch sicher: Die Bürgerinnen und Bürger in der Region stehen auf und lassen sich nicht länger von der Lärmbelastung betrüben. Die Diskussion um den Fluglärm wird somit auch in der kommenden Zeit ein heißes Eisen bleiben – wahrscheinlich ein Thema, das weiterhin die Gemüter erhitzen wird.