Die surinamische Nationalmannschaft hat mit Jean-Paul Boëtius einen neuen Star in ihren Reihen, der am 15. Juni 2025 sein Debüt gegen El Salvador gab. Der 28-jährige Mittelfeldspieler, der in den Niederlanden geboren wurde, bringt nicht nur viel Erfahrung aus internationalen Ligen mit, sondern auch eine große Portion Stolz, für Suriname zu spielen. Obwohl seine Eltern aus Suriname stammen, war der Weg zur Nationalmannschaft für Boëtius alles andere als geradlinig. Bereits 2018 suchte er den Kontakt zum surinamischen Fußballverband, konnte sich jedoch damals nicht entscheiden. Sechs bis sieben Jahre später fiel nun die Entscheidung, und die Freude darüber ist unübersehbar.
Boëtius, der in der Jugend für die Niederlande aktiv war und auch ein Spiel für die A-Nationalmannschaft absolvierte, schildert das Gefühl, für sein Herkunftsland aufzulaufen, als eine einmalige Erfahrung. „Die Atmosphäre bei meinem ersten Länderspiel war ganz anders als bei den Ligaspielen in Deutschland“, so Boëtius. Auch nach den letzten beiden Ligaspielen mit Darmstadt, die er verletzungsbedingt verpasste, ist er nun wieder fit und bereit, für die Weltmeisterschaft zu kämpfen.
WM-Qualifikation und Gold Cup
Suriname sicherte sich mit einem 1:1 gegen El Salvador den ersten Platz in der WM-Qualifikationsgruppe, was ein großer Erfolg für die fußballbegeisterte Nation mit etwa 600.000 Einwohnern darstellt. „Es ist fantastisch, dass wir wieder auf dem internationalen Parkett stehen“, sagt Boëtius. Die Vorfreude auf den Gold Cup ist riesig, da Suriname selten an diesem prestigeträchtigen Turnier teilnimmt. In der Gruppenphase trifft das Team auf starke Gegner: Costa Rica, Mexiko und die Dominikanische Republik. Besonders das erste Spiel gegen Costa Rica wird als entscheidend für den weiteren Verlauf betrachtet.
Die Nationalmannschaft ist sich der Herausforderung bewusst. Mexiko zählt zu den Favoriten, aber auch Costa Rica und die Dominikanische Republik stellen ernstzunehmende Gegner dar. „Diese Spiele sind sehr wichtig für uns“, betont Boëtius. Die Erwartungen sind hoch, und das Team möchte zeigen, dass Suriname im internationalen Fußball mithalten kann.
Ein Spieler mit einer bewegten Karriere
Der Weg von Boëtius war nicht immer einfach. Nach einer Hodenkrebsoperation, von der er sich gut erholt hat, kehrte er zurück auf den Platz und spielte zuletzt für Hertha BSC. Im August 2022 wechselte er ablösefrei von Mainz 05 zu Hertha, wo er unter Trainer Sandro Schwarz, der ihn aus Mainz kennt, eine neue Heimat fand. „Ich habe mit meiner Entscheidung für Hertha ein gutes Gefühl“, sagt Boëtius. Trotz seines Traums, eines Tages in England zu spielen, ist er mit seiner momentanen Situation zufrieden.
Die finanzielle Realität in der Fußballwelt hat sich geändert. „Die Möglichkeiten für ablösefreie Spieler sind heutzutage eingeschränkt“, erklärt Boëtius. Hertha BSC hat in der vergangenen Saison 6,4 Millionen Euro in neue Spieler investiert und gleichzeitig 24 Millionen Euro durch Verkäufe eingenommen. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2025, und der Spieler ist fest entschlossen, weiterhin auf hohem Niveau zu performen.
Die Verbindung, die Boëtius zu Suriname hat, ist stark und das Debüt für die Nationalmannschaft ist der Anfang eines neuen Kapitels in seiner Karriere. Die nächsten Herausforderungen stehen bevor, und die ganze Nation blickt gespannt auf die kommenden Spiele. „Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein“, fasst Boëtius seine Gefühle zusammen.
Für weitere Informationen über Boëtius und seine Karriere können Sie die Artikel von SV 98, Kicker und Transfermarkt besuchen.