In der dynamischen politischen Landschaft Frankfurts hat sich Planungsdezernent Marcus Gwechenberger in letzter Zeit einen Namen gemacht. Wie die FAZ berichtet, beobachtet er aufmerksam die Entwicklungen in anderen Bundesländern, wie Baden-Württemberg und Sachsen, wo Koalitionen im Kommunalparlament variieren. Dabei hat die FDP im Sommer die Zusammenarbeit mit Grünen, SPD und Volt in Frankfurt beendet, was die politischen Verhältnisse in der Stadt auf die Probe stellt.
Gwechenberger sieht die momentane Situation als spannend und dynamisch. Er strebt an, langfristige Stadtentwicklungsprojekte eng mit Oppositionsfraktionen zu besprechen, darunter die CDU und die Linke. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen der Hochhausentwicklungsplan und die Einhausung der Autobahn 661 sowie die Stadtteilentwicklung im Nordwesten. Hier sollen bis zu 17.000 neue Einwohner ein Zuhause finden.
Langfristige Stadtentwicklung und Herausforderungen
Eine Stadterweiterung, die 25 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen wird, beschäftigt Gwechenberger seit 2017. Im Vorfeld der Kommunalwahl im März soll ein Grundsatzbeschluss für die Stadtentwicklungsmaßnahme gefasst werden. Außerdem sucht man einen neuen Standort für die Europäische Schule, ein Projekt, das bereits über zwei Jahrzehnte währt. Der erste Entwurf sieht den Bau der Schule auf dem Festplatz am Ratsweg vor, während Plan B insgesamt 25 potenzielle Flächen umfasst, von denen fünf derzeit von der Europäischen Zentralbank geprüft werden.
Ob eine Entscheidung über den Standort vor der Kommunalwahl getroffen werden kann, bleibt ungewiss. Die Innenstadt Frankfurts soll zudem durch mehr Gastronomie lebendiger werden, besonders entlang der beliebten Einkaufsstraße Zeil. Hier weiß man auch um die Unklarheit, wie es mit dem ehemaligen Karstadt-Standort weitergeht—Überlegungen gehen in Richtung einer Stärkung des Einzelhandels.
Städtische Mobilität und künftige Wohnräume
Ein wichtiger Punkt bleibt die Erreichbarkeit der Innenstadt. Die Verkehrsstrategie sieht vor, die Innenstadt weiterhin für Autofahrer zugänglich zu machen, gleichzeitig soll aber der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Zukünftige Wohnquartiere, wie die am Römerhof, werden künftig auch mit U-Bahn-Anbindungen versehen, um den Bewohnern eine komfortable Anbindung zu bieten.
Während Gwechenberger von weiterem Wachstum in Frankfurt erwartet, mit einer möglichen Einwohnerzahl von über 800.000 in zehn Jahren, stehen die Herausforderungen der Stadtentwicklung auch nicht still. Laut dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen leben bereits heute über 50% der Menschheit in Städten, und bis 2050 wird ein Anstieg auf 70% prognostiziert. Dies bringt globale Herausforderungen mit sich, die Themen wie Klimawandel, bezahlbaren Wohnraum und soziale Mobilität umfassen.
Deutschland beteiligt sich aktiv am internationalen Dialog zur Stadtentwicklung und kann von Kooperationen mit strategisch wichtigen Partnerländern profitieren. Im G7- Kontext wird der Austausch über Stadtentwicklungsthemen wie Klimawandel, Digitalisierung und Wohnungslosigkeit gefördert. Unsere Stadt kann hierbei nicht nur von nationalen Erfahrungen profitieren, sondern auch Teil einer globalen Initiative sein, die nachhaltige Entwicklungen vorantreibt.
Die nächsten Monate werden zeigen, wie Frankfurt auf diese Herausforderungen reagiert und ob Gwechenberger sein Augenmerk auf die wichtigen Entwicklungsprojekte der Stadt richten kann.