In den vergangenen Wochen hat das Thema des frühen Zugangs zu Smartphones und sozialen Medien für Kinder und Jugendliche in Deutschland für einiges an Aufregung gesorgt. In Frankfurt kam es zu einem Vorfall auf einem Schulhof, bei dem zwei Kinder sich prügelten, während eine Schülerin die Szene mit ihrem Handy filmte. Solche Vorfälle lassen Lehrer und Eltern besorgt zurück, die insbesondere die Risiken von Cybermobbing, Onlinesucht und Hassrede im Internet im Auge haben. Laut faz.net fragen sich viele Eltern, ob es wirklich sinnvoll ist, ihre Kinder mit internetfähigen Smartphones auszustatten, vor allem beim Wechsel auf die weiterführende Schule.
Am Lessing-Gymnasium haben sich Eltern und Lehrer in der Initiative „Smarter Start ab 14“ zusammengeschlossen, um über die Gefahren von Social Media aufzuklären und eine Altersgrenze für die Nutzung dieser Plattformen zu fordern. Die Initiative sieht eine Altersgrenze von 16 Jahren als notwendig an, um Kinder vor den psychologischen Tricks der Plattformen zu schützen, die deren Bildschirmzeit maximieren, so die Kritik. Die Besorgnis über Selbstzweifel, Depressionen und Essstörungen bei Kindern ist ein zentrales Anliegen, das auch von einer Onlinepetition zur Sprache kommt, die im Bundestag behandelt wird. Diese Petition spricht von suchtähnlichem Verhalten und psychischen Belastungen, welche die Nutzung sozialer Medien mit sich bringen kann.
Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Nutzung und Risiken
Die Ängste der Eltern spiegeln sich auch in den Meinungen der Jugendlichen wider. Laut einem Artikel von tagesschau.de haben viele Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren eine gespaltene Meinung zu vorgeschlagenen Altersgrenzen: Während einige eine Grenze bei 16 Jahren als überzogen empfinden, halten andere ein Mindestalter von 14 Jahren für sinnvoll. Einige lehnen feste Altersgrenzen grundsätzlich ab und betonen, wie wichtig die Nutzung dieser Plattformen für politische Informationen und die Vernetzung ist.
International zeichnet sich ein Trend ab: Australien hat bereits eine Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien eingeführt. Betreiber dort müssen bis zum nächsten Jahr Altersverifikationssysteme implementieren, anderenfalls drohen hohe Strafen. Dies würde auch in Deutschland zunehmend gefordert, wo eine interdisziplinäre Kommission Handlungsempfehlungen für einen modernen Jugendmedienschutz erarbeitet. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat diesbezüglich klare Warnungen ausgesprochen und betont, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten zu schützen.
Der Schulalltag im digitalen Zeitalter
Am Lessing-Gymnasium gelten strenge Regeln, die Handynutzung bis zur Oberstufe ist untersagt, um die Schüler vor den negativen Auswirkungen der sozialen Medien zu schützen. Dennoch spüren die Schüler den Druck, ein Handy besitzen zu müssen, um sozial integriert zu sein. Einige schlagen vor, den Zugang zu Apps stufenweise und altersgerecht zu gewähren. Währenddessen sorgen sich Experten auch darüber, dass das Smartphone im Kinderzimmer zu Schlafmangel führen kann, wenn Kinder ihren Schlaf durch das Scrollen im Internet reduzieren.
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen ist in der Gesellschaft voll im Gange. Lehrer und Eltern, unterstützt durch Initiativen wie „Smarter Start ab 14“, versuchen, einen verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Welt zu fördern – eine Herausforderung in einer Zeit, in der soziale Medien nicht nur Hoch im Kurs stehen, sondern auch erhebliche Risiken mit sich bringen.