Die Vorweihnachtszeit in Fulda sollte besinnlich sein, doch ein tragischer Verkehrsunfall sorgte am Heiligabend für Aufregung. Am Mittwochabend gegen 19:30 Uhr kam es auf der B27 kurz hinter der Abfahrt Leipziger Straße in Richtung Fulda Nord zu einem Alleinunfall, bei dem eine fünfköpfige Familie aus Bad Hersfeld involviert war. Der Vorfall ereignete sich in Höhe eines Autohauses im Stadtteil Lehnerz, wo die Fahrbahn zweispurig verläuft. Die 41-jährige Fahrerin eines roten Seats versuchte, einen vor ihr fahrenden Pkw zu überholen, geriet jedoch aus unbekanntem Grund zu weit nach links auf die Bankette, wie Osthessen-News berichtet.

In der Folge streifte das Fahrzeug die Schutzplanke, verriss die Lenkung nach rechts und überfuhr beide Fahrspuren sowie den Seitenstreifen. Nach etwa 30 Metern kam das Auto schließlich auf dem rechten Seitenstreifen zum Stehen. Während die 17-jährige Tochter und der Ehemann, der auf dem Beifahrersitz saß, unverletzt blieben, verletzten sich die beiden jüngeren Kinder. Die 9-jährige Tochter wurde vom abgebrochenen Innenspiegel im Gesicht getroffen und erlitt eine leichte Verletzung. Ihr 6-jähriger Bruder klagte über Schmerzen im Brustbereich. Beide Kinder wurden zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht, konnten jedoch rasch wieder nach Hause entlassen werden. Der Sachschaden wird auf mindestens 8.000 Euro geschätzt.

Rettungsaktion und Verkehrsstörungen

Die Rettungskräfte waren schnell vor Ort. Mehrere Rettungswagen, zwei Notärzte und die Feuerwehr Fulda mit etwa zehn Einsatzkräften kamen zum Einsatz. Das Resultat war eine zeitweise Vollsperrung der B27 in Fahrtrichtung Bad Hersfeld für etwa eine Stunde, wodurch die Bergung des Fahrzeugs organisiert werden konnte. Aktuell, um 20 Uhr, rollte der Verkehr nur auf einer Spur weiter, was die Situation für andere Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt erleichterte.

Ein weiterer schwerer Vorfall ereignete sich am 4. August 2025 auf der B27 bei Marbach. Ein Lkw krachte frontal gegen ein Brückengeländer, wobei ein 44-jähriger Beifahrer tragischerweise sein Leben verlor. Der 46-jährige Fahrer aus Niedersachsen wurde schwer verletzt, und die Feuerwehr musste ihn befreien. Auch hier war die Unfallursache unklar, und die B27 war bis etwa 14:30 Uhr voll gesperrt aufgrund der Rettungs- und Bergungsarbeiten, so berichtet die Fuldaer Zeitung.

Ein Blick auf die Verkehrssicherheit

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2024 gab es in Deutschland etwa 2,5 Millionen Straßenverkehrsunfälle, wobei der Anteil der Unfälle mit Personenschäden auf einem ähnlich hohen Niveau wie seit 1955 bleibt. Trotz eines Rückgangs der Verkehrsunfälle insgesamt zeigt eine aktuelle Statistik, dass insbesondere Unfälle mit schwerem Einsatz von alkoholisierten Fahrern zugenommen haben. Menschen ähnliche wie die Familie aus Bad Hersfeld müssen bei starker Verkehrsdichte und widrigen Wetterbedingungen besonders vorsichtig sein. Der Trend hin zu sichereren Straßen und weniger Verkehrstoten bleibt eine Herausforderung, an der dringend gearbeitet werden muss. Der EU-Vorsatz „Vision Zero“ fordert eine Welt ohne Verkehrstote bis 2050, was durch bessere Infrastruktur und ein erhöhtes Bewusstsein für Verkehrssicherheit erreicht werden soll, wie Statista aufzeigt.

Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse ist es besonders wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer umsichtiger und rücksichtsvoller handeln, um tragische Vorfälle wie die am Heiligabend zu vermeiden.