Der Winter klopft an die Tür und bringt die erste Kälte mit sich. Laut dem beliebten 100-jährigen Kalender, der im 17. Jahrhundert vom fränkischen Abt Mauritius Knauer entwickelt wurde, dürfen wir uns für Deutschland auf einen frühen Winter und weiße Weihnachten einstellen. Anhand jahrhundertealter Wetterbeobachtungen prognostiziert der Kalender, dass der erste Schnee bereits am 17. und 18. November fallen wird. Danach folgt eine Phase mit „Schnee und großer Kälte“ zwischen dem 19. und 30. November, sodass bis Weihnachten eine durchgängig verschneite Landschaft denkbar ist.
Wie kommt es zu diesen Vorhersagen? Knauer kombinierte astronomische Erkenntnisse über den Einfluss von Himmelskörpern – darunter Mond, Venus, Saturn und weitere – mit den Wetterverhältnissen der vergangenen Jahre. Sein Werk, das als „Calendarium oeconomicum perpetuum“ bekannt ist, war ursprünglich für die Landwirtschaft gedacht. Der Kalender hilft Bauern und Mönchen dabei, das Wetter besser einzuschätzen und ihre Arbeiten entsprechend zu planen. Die Grundlage seiner Annahmen gründet auf einem festgelegten siebenjährigen Zyklus, in dem sich die Wetterbedingungen wiederholen.
Aktuelle Wetterprognosen
Trotz der optimistischen Prognosen des Kalenders warnen moderne Meteorologen, einschließlich des Deutschen Wetterdienstes, davor, zu sehr auf langfristige Vorhersagen zu vertrauen. Sie betonen, dass tatsächliche Wetterübereinstimmungen mit den Vorhersagen oftmals zufällig sind. Aktuelle Modelle deuten darauf hin, dass November-Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad liegen könnten, was für einen anhaltenden Schneebedeckung etwas zu mild erscheint. Dennoch stehen die Chancen für einzelne Schneetage gut, vor allem in höheren Lagen, wo bereits am 26. Oktober die ersten Flocken gefallen sind.
Der 100-jährige Kalender genießt dennoch einen gewissen Kultstatus und wird von vielen als traditionelle Wetterquelle geschätzt. Besonders in der ländlichen Bevölkerung hat er einen hohen Stellenwert, da die praktischen Vorhersagen oft als Orientierungshilfe genutzt werden. Es bleibt spannend zu beobachten, ob die Voraussagen tatsächlich zutreffen.
Ein Blick in die Geschichte
Die Geschichte des 100-jährigen Kalenders ist vielfältig und reicht tief in die Vergangenheit zurück. Abt Mauritius Knauer, der seine Beobachtungen zwischen 1652 und 1658 sicherte, legte die Basis für ein Werk, das seinen Durchbruch 1700 unter Christoph von Hellwig fand. Hellwig machte den Kalender für die breitere Bevölkerung zugänglicher, indem er die lateinischen Passagen entfernte und die Planetentafel anpasste. So konnte der „Hundertjährige Kalender“ ab etwa 1720 massenhaft veröffentlicht werden und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.
Während also die einen auf schneereiche Weihnachtsfeiertage hoffen, schauen andere skeptisch auf die Vorhersagen des Kalenders. Der Zauber der Winterzeit bleibt jedoch unbestritten, und ob nun nach alten Traditionen oder modernen Prognosen – die Hoffnung auf weiße Weihnachten bleibt bestehen!