Ein schwerer Vorfall bei einem A-Junioren-Spiel zwischen HGM Fulda und JFV Burghaun/Haunetal hat im Fußballkreis Fulda hohe Wellen geschlagen. Das Kreissportgericht Fulda hat nach einem Gewaltausbruch strenge Strafen verhängt, die sowohl den Verein als auch die beteiligten Spieler betreffen. Laut Fuldaer Zeitung wurde das Urteil am 28.11.2025 unter dem Vorsitz von Andreas Hoffmann gefällt, unterstützt von Bernhard Haase und Alfred Wess. Bei dem Verfahren, das ohne mündliche Verhandlung ablief, legten beide Vereine Stellungnahmen vor.

Der Vorfall fand zu einem Zeitpunkt statt, als eine ohnehin angespannte Spielatmosphäre durch mehrere Platzverweise und nicht wahrgenommene Beleidigungen eskalierte. Der Trainer von HGM Fulda erhielt einen Feldverweis, was die Situation zusätzlich anheizte. Besonders tragisch war, dass nach dem Schlusspfiff ein HGM-Spieler einen am Boden liegenden JFV-Spieler trat, während ein weiterer JFV-Spieler von mehreren HGM-Spielern verfolgt und schwer verletzt wurde, sodass er intensivmedizinisch behandelt werden musste.

Strafmaße und Konsequenzen

Die Urteile, die das Sportgericht in Fulda fällte, reflektieren die Schwere der Vorfälle. HGM Fulda muss eine Geldstrafe von 375 Euro zahlen, während der Trainer mit einem einjährigen Platzverbot und einer Geldstrafe von 200 Euro belegt wurde. Zudem erhielt der Spieler, der die rote Karte sah, eine Sperre bis zum 1. April 2026, was bis zu sechs Pflichtspielen entsprechen kann. Die beiden Haupttäter, die für die Körperverletzung verantwortlich sind, wurden sogar mit drei Jahren gesperrt, während ein weiterer Spieler wegen versuchter schwerer Tätlichkeit mit einer Sperre von zwei Jahren rechnen muss.

Überraschend ist auch der Freispruch für einen HGM- und einen JFV-Spieler, der aufgrund mangelnder Beweise nicht verurteilt wurde. Die Sportgerichtsbarkeit verzichtete zudem auf zusätzliche Konfliktlösungsmaßnahmen, was auf frühere unverbindliche Versuche zurückzuführen ist. Dennoch könnte HGM Fulda gegen das Urteil Berufung beim Verbandsgericht einlegen, wenngleich der Vorsitzende Hoffmann betonte, dass in der Fußballgemeinde kein Platz für Gewalt sein darf und Schulungen zu Fair Play und Deeskalation dringend nötig seien.

Ein Blick auf Gewalt im Sport

Die Auswüchse von Gewalt im Sport sind kein neues Phänomen. Der Autor eines Bandes, der elf bereits publizierte Aufsätze über Jugendkultur und Gewaltforschung enthält, betont, dass solche Vorfälle im Sport auf ein grundlegendes Problem hinweisen. Der Band bietet einen Überblick über die Herausforderungen im Sport und plädiert für gewaltpräventive Maßnahmen als Teil einer umfassenden Lösung. Er wird auch vom Bundesinnenministerium sowie dem Deutschen Fußballbund (DFB) konsultiert, wie auf bisp-surf berichtet wird. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich mit Fangewalt und Ausschreitungen ernsthaft auseinanderzusetzen.

Der Weg zur Besserung liegt in der Bildung und Sensibilisierung aller am Spiel Beteiligten. Der Fall in Fulda ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell sportliche Wettbewerbe entgleisen können. Bleibt zu hoffen, dass dieser Vorfall als Anstoß für notwendige Veränderungen dient, damit Fairness und Respekt im Sport wieder hoch im Kurs stehen.