Nach fast sieben Jahren wird das Einrichtungsgeschäft „La Ina Loca“ in der Fuldaer Innenstadt von Ina Bleichrodt geschlossen. Der Grund sind persönliche Überlegungen sowie wirtschaftliche Aspekte, die dazu führen, dass die Inhaberin künftig neue Wege gehen möchte. „Die Bindung an den Laden ist eine Herausforderung, und ich sehne mich nach mehr Freiheit“, äußerte Bleichrodt. Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten läuft spätestens Ende August 2025 aus, ein vorzeitiges Ende ist abhängig vom Ausverkauf der vorhandenen Waren. So bleibt die Möglichkeit, das Geschäft bis zur endgültigen Schließung noch aktiv zu führen.
Bleichrodt hat das Geschäft im Jahr 2018 gegründet. Nach zahlreichen Reisen, die sie unternommen hatte, um verschiedene Kulturen und Handwerkskünste zu entdecken, wollte sie langlebige Produkte anbieten. Damit stellte sie sich bewusst gegen die schnelllebige Modeindustrie. „La Ina Loca“ war ein Ort für individuelles Design, doch die zunehmende Zahl an Schließungen anderer Einzelhändler in der Innenstadt lässt sie mit Wehmut auf die Entwicklungen blicken. Die Attraktivität der Innenstadt könnte darunter leiden, wenn sich dieser Trend fortsetzt, wie die Fuldaer Zeitung berichtet.
Eine neue Ära der Keramik
Doch Ina Bleichrodt hat bereits Pläne für die Zukunft. Im Herbst möchte sie eine Keramikmanufaktur am Luckenberg 5 eröffnen. An dieser Stelle war zuvor „Emmas unverpackt Laden“ ansässig, der mittlerweile in die Kanalstraße gewechselt ist. In der neuen Manufaktur sollen neben dem Verkauf von Keramikartikeln auch Kurse angeboten werden, sodass Interessierte selbst Hand anlegen können. Die Palette der Produkte wird voraussichtlich Teller, Teekannen, Keramiktassen und viele weitere Artikel umfassen.
Die Gestaltung dieser neuen Manufaktur erinnert an die Produkte der Rheinsberger Keramik-Manufaktur, die sich durch Hart gebranntes Keramikgeschirr im Landhausstil auszeichnet. Diese Artikel sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch praktisch: Sie sind ofenfest, spülmaschinenfest, mikrowellenfest und frostsicher. Die Manufaktur in Rheinsberg zieht dabei sowohl Touristen als auch Einheimische an, die nicht nur die Produkte bewundern, sondern auch an Aktivitäten wie dem Tassen bemalen teilnehmen können. Hier in Fulda könnte Bleichrodt mit ihrer Manufaktur einen ähnlichen Anziehungspunkt schaffen, wie die Rheinsberger Keramik-Manufaktur zeigt.
Ein Blick auf die Branche
Die Keramikindustrie in Deutschland ist ein bemerkenswerter Sektor mit einem Umsatz von etwa 5,9 Milliarden Euro im Jahr 2023. Zu den wichtigsten Segmenten gehören die Herstellung von Porzellan und keramischen Erzeugnissen sowie der Baukeramik. Obwohl viele Unternehmen auf Ziegel und Baukeramik spezialisiert sind, zeigt sich hier eine starke Nachfrage nach keramischen Haushaltswaren. Im aktuellen Jahr waren über 31.000 Personen in der Branche beschäftigt, und die Entwicklung in den kommenden Jahren könnte vielversprechend sein, da prognostiziert wird, dass die Umsätze in der Glas-, Keramik- und Baustoffindustrie bis 2025 auf rund 60 Milliarden Euro ansteigen werden, wie Statista analysiert.
Zukünftig wird in Fulda also nicht nur ein Geschäft schließen, sondern auch ein neues Kapitel in der Keramikindustrie aufgeschlagen – und das von einer Unternehmerin, die mit einem klaren Ziel und einer Leidenschaft für ihr Handwerk überzeugt. Die Eröffnung der Keramikmanufaktur könnte frischen Wind in die Innenstadt bringen und sowohl für Bleichrodt als auch für die Gemeinde eine Quelle der Inspiration werden.