In den letzten Jahren hat die Problematik der Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten immer wieder für Aufsehen gesorgt. Gerade in Köln, wo viele Menschen Teilzeit arbeiten, ist es wichtig, über ihre Rechte und Ansprüche informiert zu sein. Die FAZ hebt hervor, dass eine ungerechte Behandlung im Job vor allem in Bereichen wie Überstundenzuschlägen oder der betrieblichen Altersvorsorge vorkommt. Gesetze erlauben eine ungleiche Behandlung nur dann, wenn sachliche Gründe vorliegen.
Teilzeitkräfte sind oftmals benachteiligt, beispielsweise wenn es um die Vergütung von Überstunden geht. Wenn Teilzeitbeschäftigte die vereinbarte Arbeitszeit überschreiten, hätten sie Anspruch auf Mehrarbeitszuschläge, was das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom 5. Dezember 2024 klarstellte. Bisher musste eine Teilzeitkraft ihre Arbeitszeit fast verdoppeln, um gerecht entlohnt zu werden. In einem konkreten Fall erhielt eine Teilzeitpflegekraft, die 40% der Vollzeitstunden arbeitete, erst ab der 161. Stunde einen Zuschlag. Dieses Urteil stellt klar, dass die individuelle Mehrarbeitsgrenze entsprechend der Teilzeitquote angepasst werden muss, um Diskriminierung zu vermeiden.
Rechtsschutz und Anlaufstellen
Wer als Teilzeitkraft das Gefühl hat, ungerecht behandelt zu werden, hat mehrere Möglichkeiten, aktiv zu werden. Laut den Informationen von FAZ können Betroffene beim Betriebsrat eine Beschwerde einreichen oder sich an ihre Gewerkschaft wenden. Für viele Gewerkschaftsmitglieder gibt es sogar kostenlosen Rechtsschutz, um ihre Ansprüche durchzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Arbeitgeber, die trotz wiederholter Anfragen keine faire Regelung anbieten, setzen sich möglichen Schadenersatz- und Entschädigungsforderungen aus. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz stehen Beschäftigten Ansprüche zu, die sie innerhalb festgelegter Fristen geltend machen können. Hierin steckt ein enormes Potenzial, das viele Teilzeitkräfte nutzen sollten.
Auswirkungen der Diskriminierung
Besonders auffällig ist, dass rund 90% der betroffenen Teilzeitkräfte Frauen sind, was von vielen als eine Form der mittelbaren Diskriminierung angesehen wird. Dies schlägt sich nicht nur in den Löhnen, sondern auch in den Karrierechancen nieder. Arbeitgeber sind gefordert, ihre Vergütungsstrukturen so zu gestalten, dass sie diskriminierungsfrei sind. Eine gerechte Entlohnung könnte dazu beitragen, dass Teilzeitkräfte in der Arbeitswelt mehr Wertschätzung erfahren und nicht mehr in die Schublade der benachteiligten Beschäftigten gesteckt werden.
Kurz gesagt: Die Herausforderungen für Teilzeitkräfte sind klar umrissen. Dennoch gibt es Unterstützung und rechtliche Mittel, die helfen können, für die eigenen Ansprüche einzustehen. In Köln ist es an der Zeit, diese Themen aktiv anzugehen und die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz zu fördern.