Am 12. November 2025 bereitet sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) auf seine erste Teilnahme an der Kommunalwahl für den Kreistag im Landkreis Gießen vor. Die Wahl findet am 15. März 2026 statt, und der BSW hat bereits eine Liste von Kandidaten nominiert, die sich auf das politische Parkett wagen möchten. Laut Giessener Anzeiger sind darunter Meric Uludag, ein 32-jähriger Immobilienfachwirt und fraktionsloser Stadtverordneter in Linden, sowie Sebastian Weismann, ein Lehrer aus Gießen und stellvertretender Kreisvorsitzender.

Das BSW will mit den verschiedenen Hintergründen seiner Kandidaten frischen Wind in die Kommunalpolitik bringen. Uludag betont, dass das Ziel darin besteht, Politik wieder näher an die Lebensrealität der Menschen zu bringen. Zu den weiteren nominierten Bewerbern zählen auch Stergios Svolos, der vormals für die Grünen aktiv war und jetzt parteilos ist, sowie die Maschinenbauingenieurin Seda Güngör und die Industriekauffrau Laura Blaschke aus Wettenberg.

Unterstützungsunterschriften und Herausforderungen

Für diesen Wahlantritt benötigt das BSW mindestens 162 Unterstützungsunterschriften, da es bisher nicht im Bundestag vertreten ist. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar, aber die Motivation ist hoch. Die Kandidaten kritisieren die mangelnde Einbindung des Landkreises in kommunale Sozialthemen. Ein Beispiel dafür ist der Beschluss in Linden, dass alle Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Freibad-Dauerkarte erhalten sollen, auf Antrag von Uludag.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Personalausstattung für Informationskampagnen zum Bildungs- und Teilhabepaket. Das BSW sieht hier dringenden Handlungsbedarf und honoriert die Armutskonferenz des Landkreises als wichtiges Forum für die Diskussion von Lösungsansätzen.

Themen, die die Menschen bewegen

Ein zentrales Anliegen des BSW ist die Wohnungsfrage. Uludag kritisiert die Förderrichtlinien des Landkreises als fehlerhaft und fordert eine Anpassung. Ein Streitpunkt ist die Definition der Einstiegsmiete für geförderte Wohnungen. Während das Land Hessen 25% unter der ortsüblichen Vergleichsmiete vorschreibt, setzt der Landkreis die Grenze bei 20% an.

Hier sehen Uludag und Weismann Handlungsbedarf, da viele Familien und Alleinerziehende in zu kleinen Wohnungen leben und ältere Menschen oft nicht die Möglichkeit haben, in kleinere, passende Wohnungen umzuziehen. Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist spürbar, und die Forderungen nach familiengerechten Lösungen werden lauter.

Die Kommunalwahl verspricht spannend zu werden, und das BSW ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen und die politischen Ansichten vieler Menschen zu vertreten. Bleiben Sie dran für weitere Entwicklungen und eine spannende Wahlzeit im Landkreis Gießen!