In einer Alarmmeldung zur Hitzeentwicklung in deutschen Städten haben die Deutsche Umwelthilfe und die Stadt Gießen einen besorgniserregenden Zustand bekannt gegeben. Der „Hitzecheck 2025“ zeigt eindrücklich: Gießen hat starkes Potenzial für Hitzeprobleme, denn die Stadt erhielt die berüchtigte Rote Karte. Über 12 Millionen Menschen in deutschen Städten sind von extremer Hitze betroffen, wobei Gießen auf Platz 27 von 190 Städten landet, mit einem Hitzebetroffenheitsindex von 16,35 und einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 36,5 Grad. Dies wurde von Giessener Allgemeine berichtet.
Die Hauptursachen für die hohe Betroffenheit sind vielfältig. Zu viel Beton und Asphalt, hohe Oberflächentemperaturen sowie ein Mangel an Grünflächen und Schatten tragen zu den überdurchschnittlichen Temperaturen in Gießen bei. Der Versiegelungsgrad in der Stadt beträgt 48%, während die Anzahl der stark betroffenen Bewohner rund 60% ausmacht. Ein Blick auf die Nachbarstädte zeigt, dass Marburg mit einem Index von 13,53 und Wetzlar mit 15,01 deutlich besser abschneiden. Marburg erhielt sogar eine Grüne Karte, während Wetzlar mit einer Gelben Karte davon kam.
Hitze als Herausforderung für viele Städte
Die Problematik der extremen Hitze ist jedoch nicht nur auf Gießen beschränkt. Laut dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe sind viele Städte in Deutschland betroffen. Besonders ausgeprägt ist das Problem in Städten wie Mannheim, das mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 38,4 Grad den höchsten Index aufweist. Dies ist besonders alarmierend, da die Liste der 31 Städte mit Roter Karte, darunter Ludwigshafen und Regensburg, zeigt, dass zahlreiche Gemeinden unter der Hitzeentwicklung leiden. Deutsche Umwelthilfe führt aus, dass der dramatische Zuwachs an versiegelten Flächen die Situation weiter verschärft.
Die Stadt Gießen arbeitet nun intensiv an einem Hitzeaktionsplan, der bis Sommer 2025 beschlossen werden soll. Die Notwendigkeit von Erholungsorten in urbanen Räumen ist unumstritten, und Experten wie Frank Winkler vom GKV-Bündnis für Gesundheit Baden-Württemberg betonen, wie wichtig es ist, in Städten genügend Grünflächen zu schaffen, um die Temperaturentwicklung zu mildern. Ein rechtlich verbindliches Ziel zur Flächenversiegelung könnte auch hier ein dringend benötigter Schritt sein, um die Entwicklung in Zukunft zu steuern.
Ein Blick in die Zukunft
Die Hitzekarten des Hessischen Landesamts zeigen, dass die Innenstadt von Gießen bereits die Stufe sechs („heiß“) erreicht hat. Angesichts der prognostizierten sommerlichen Hitzewellen ist es unerlässlich, dass Kommunen, auch in Hessen, ihre Hitzeaktionspläne bis 2025 anpassen und umsetzen. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit der Städte mit den zuständigen Behörden und Fachleuten notwendig, um langfristige Verbesserungen für die städtische Lebensqualität zu erreichen.