Gießener Schüler gestalten den Volkstrauertag – Kreativer Wettbewerb gestartet!
Gießen initiiert Schülerwettbewerb zum Volkstrauertag, um interkulturelles Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt zu fördern.

Gießener Schüler gestalten den Volkstrauertag – Kreativer Wettbewerb gestartet!
In Gießen steht ein innovativer Schülerwettbewerb an, der das Gedenken an den Volkstrauertag neu beleben soll. Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit örtlichen Verantwortlichen diesen Wettbewerb ins Leben gerufen, um junge Menschen aktiv in das Gedenken einzubeziehen und sie für die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt zu sensibilisieren. Die Initiatoren, darunter Pfarrerin Iris Hartings und Sozialdezernent Francesco Arman, haben bemerkt, dass die Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen in den letzten Jahren rückläufig war. Um dem entgegenzuwirken, richtet sich der Wettbewerb an Schüler der 8. bis 13. Klasse und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Emotionen kreativ auszudrücken.
Der Wettbewerb läuft bereits und endet am 2. März des kommenden Jahres. Die Schüler können sich dabei in verschiedenen kreativen Formaten austoben, sei es in Form von Texten, Kunstwerken, Podcasts, Videos oder Fotografie. Der Fokus liegt auf dem Thema Erinnern. Stadtarchivar Christian Pöpken unterstützt die Teilnehmer mit einem Inventar von Themen und Materialien, das sich auf Gießens Denkmäler bezieht. Dadurch wird nicht nur das lokale Gedächtnis gestärkt, sondern auch der interkulturelle Austausch gefördert, da Flucht- und Migrationsgeschichten in das Gedenken integriert werden sollen. Dies ist besonders wichtig in einer Gesellschaft, die sich stetig wandelt.
Geschichte des Volkstrauertags
Der Volkstrauertag wird seit 1952 in Deutschland als ein „stiller Feiertag“ gefeiert und hat seinen Ursprung im Jahr 1919, als er vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ins Leben gerufen wurde, um der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Er wird immer zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen und ist ein staatlicher Gedenktag, auch wenn er nicht als gesetzlicher Feiertag anerkannt ist. Diese Tradition hat sich im Lauf der Jahrzehnte gewandelt und der Volkstrauertag wird mittlerweile auch in Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur und der Bundeswehreinsätze bei Auslandseinsätzen genutzt. Eine zentrale Gedenkstunde wird in der Regel im Deutschen Bundestag abgehalten, wo der Bundespräsident eine Rede hält und musikalische Beiträge den feierlichen Rahmen gestalten.
Die Relevanz des Volkstrauertags bleibt also ungebrochen, trotz der Herausforderungen, die die heutige Gesellschaft mit sich bringt, wie das veränderte Gedenken und die sinkenden Teilnehmerzahlen. Veranstaltungen zum Volkstrauertag finden nicht nur in Gießen, sondern in vielen Städten Deutschlands statt, um den Opfern von Krieg und Gewalt die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdienen. In anderen Ländern, wie Großbritannien, Kanada oder Australien wird ebenfalls an die Gefallenen erinnert, jedoch meist zu unterschiedlichen Terminen.
Die Stadt Gießen möchte mit dem Wettbewerb auch ein Zeichen setzen: Gedenken soll nicht nur ein Ritual sein, sondern auch Raum für kreative Auseinandersetzung bieten. Informationen zu den Teilnahmebedingungen und weiteren Details sind auf der Website der Stadt Gießen einsehbar.
Folgende wichtige Information sollte jeder zur Kenntnis nehmen:
- Wettbewerbszeitraum: 1. Oktober bis 2. März.
- Kreative Formate: Text, Kunstwerk, Podcast, Video, Fotografie.
- Thema: Erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Artikel von Giessener Anzeiger, NDR sowie das Wikipedia-Portal.