Die politischen Gemüter in Deutschland sind wieder hochgekocht, und dabei steht Gießen im Mittelpunkt der Kontroversen. Am 29. November 2025 fand dort ein umstrittener Kongress der Alternative für Deutschland (AfD) statt, der zu massiven Protesten führte. Bei diesen Auseinandersetzungen wurden mehr als 50 Polizisten verletzt, wie die Bild berichtet. Die Protestierenden versammelten sich aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt aufgrund der Verurteilung der AfD als rechtsextreme Partei durch zahlreiche Verfassungsschutzämter.

Bis zu 30.000 Menschen nahmen an den Demonstrationen gegen die AfD teil, wie die Polizei vermeldete, während die Veranstalter sogar von 50.000 Menschen sprachen. Ein deutliches Zeichen, dass das Thema die Bürger bewegte. Es sei festgehalten, dass die Nacht nach den Protesten ruhig verlief, ohne weitere Zwischenfälle.

Die Auseinandersetzungen in Gießen

Die Akteure auf der Protestbühne setzten sich zusammen, um ein Zeichen für die Demokratie zu setzen, was in etwa 25.000 Menschen, die für ihre Überzeugungen auf die Straße gingen, eindrucksvoll bekundet wurde. Diese Proteste blieben überwiegend friedlich, auch wenn einige Zusammenstöße nicht ausblieben. Der hessische Innenminister Poseck gab bekannt, dass mindestens zehn Polizisten leicht verletzt wurden. Darüber hinaus mussten Wasserwerfer und Pfefferspray im Einsatz sein, um die demonstrierenden Menschen zurückzudrängen, die versuchten, die AfD-Veranstaltung zu erreichen.

Ein weiterer Vorfall verdeutlicht die angespannten Verhältnisse: AfD-Bundestagsabgeordneter Julian Schmidt wurde auf dem Weg zur Veranstaltung verletzt, ein mutmaßlicher Täter wurde bereits festgenommen. Diese Übergriffe und die Verletzungen bei den Polizisten ließen nicht nur die Gewerkschaft der Polizei aufspringen, sondern auch Ministerpräsident Rhein und Innenminister Poseck verurteilten die Gewalterscheinungen auf das Schärfste.

Für die Stadt Gießen hatte dieser Tag auch wirtschaftliche Konsequenzen: Viele Geschäfte blieben aufgrund der Proteste geschlossen, und es kam zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ verzögerte sich aufgrund der unruhigen Ereignisse während der Proteste, wobei Nafiur Rahman als hessischer Vertreter in den Bundesvorstand gewählt wurde und Jean Pascal Hohm als Bundesvorsitzender gilt.

Ein breiter Protest gegen Rechts

Solche Proteste sind kein Einzelphänomen. Sie sind Beispiele einer breiteren Bewegung, die in Deutschland und Österreich gegen rechtsextreme Tendenzen auftritt. In mehreren Städten gab es in den letzten Monaten Demonstrationen, die sich gegen die AfD richteten, wie etwa in Riesa, Regensburg, Hamburg und Halle. Diese Ereignisse zeigen, dass die Bürger wachsam sind und sich für ihre demokratischen Werte einsetzen. Protestforscherin Lisa Bogerts erkennt hierin eine dritte Welle prodemokratischer Proteste nach denen in den Jahren 2024.

Gerade die aktuellen Auseinandersetzungen sowie die Resistenzen gegen bevorstehende politische Entscheidungen wie das Zustrombegrenzungsgesetz sind symptomatisch. Sie zeigen die gespannte Stimmung in der Bevölkerung und die Notwendigkeit für die Politik, auf diese Stimmen der Bürger zu hören und darauf zu reagieren.

Die Geschehnisse in Gießen sind ein Weckruf, dass auch in der Zukunft ein gutes Händchen gefragt ist, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu wahren und Extremismus jeglicher Art entgegenzuwirken. Dabei ist es entscheidend, dass Demokratie nicht nur ein Zustand, sondern ein fortwährender Prozess ist – ein Prozess, in dem die Bürger sich aktiv einbringen.