Im Landkreis Gießen zeigt sich ein erfreulicher Trend: 2025 fiel weniger Müll an als im Vorjahr. Die Hausmüllmenge sank von über 23.700 Tonnen (2024) auf 23.000 Tonnen (2025). Auch der Grünmüll reduzierte sich, von 27.300 Tonnen auf 25.600 Tonnen. Besonders bemerkenswert ist die Abnahme der Altpapiermenge, die von 13.500 Tonnen (2024) auf 12.500 Tonnen (2025) fiel, was fast 1.000 Tonnen weniger entspricht. Zudem verringerte sich die Grünschnittmenge von 480 Tonnen auf 430 Tonnen. Die Menge der gesammelten Alt-Elektrogeräte blieb nahezu konstant bei 307 Tonnen (2025) im Vergleich zu 310 Tonnen (2024) (Source 1).

Jedoch stehen diese positiven Zahlen im Kontrast zu den gestiegenen Abfallgebühren. Zu Jahresbeginn 2025 erhöhten sich die Gebühren um rund 10 Prozent, nachdem sie bereits im Jahr 2024 um 14 Prozent gestiegen waren. Der Landkreis Gießen führt diese Erhöhung auf verschiedene Faktoren zurück, darunter auch Lohnkostensteigerungen, die durch das Mindestlohngesetz bedingt sind. Außerdem wurde ein CO₂-Zuschlag für Restmüll eingeführt, dessen geschätzte Kosten für 2026 bei rund 1,3 Millionen Euro liegen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Abfallentsorgung sich finanziell selbst tragen muss und die Gebühren gemäß kommunalen Abgabengesetzen kalkuliert werden.

Gebührenstruktur und Dienstleistungen

Das aktuelle Abfallgebührensystem im Landkreis besteht seit 2004/2005. Bis 2012 wurden die Gebühren fünfmal gesenkt, danach blieben sie stabil. Die Gebühren für Restabfall liegen auf dem Niveau von 2008 bis 2010. Trotz der Erhöhung können die Bürger umfangreiche Angebote nutzen, wie zum Beispiel zweimal jährlich kostenfreie Sperrmüllabfuhr und die kostenlose Abgabe von Schadstoffen. Seit rund zehn Jahren gibt es ein flächendeckendes Angebot von Wertstoffhöfen. In der Stadt Gießen wird ein eigenes Gebühren- und Abfuhrsystem betrieben, wo 2025 2.800 Tonnen Altpapier und 14.226 Tonnen Hausmüll abgeholt wurden. Die Biomüllmenge in Gießen verringerte sich auf 6.100 Tonnen, während die Grünschnittmenge auf 145 Tonnen sank. Die Elektroschrottsammlung betrug 63 Tonnen (Source 1).

Zusammenhang zwischen Abfallgebühren und CO₂-Abgaben

Die steigenden Abfallgebühren sind nicht nur ein lokales Phänomen. Der Zusammenhang zwischen Abfallgebühren und CO₂-Abgaben spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Diese Abgaben sollen Anreize für eine Reduzierung der CO₂-Emissionen schaffen und sind Teil der Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels. Die Entsorgungsunternehmen sind gefordert, ihre Preise entsprechend anzupassen, was sich in den Gebühren niederschlägt (Source 2).

Abfallwirtschaft in Deutschland

Im größeren Kontext ist die Abfallwirtschaft in Deutschland ein Thema von zentraler Bedeutung. Die jährliche Abfallbilanz bietet umfassende Daten über Kunststoffabfälle, die unter „gemischte Verpackungen / Wertstoffe“ erfasst werden. Diese Daten sind für die öffentliche Diskussion über Recycling und Abfallvermeidung von entscheidender Bedeutung. Zudem wird in der Statistik auch die Menge der getrennt gesammelten Kunststoffe erfasst, während Kunststoffe in der grauen Tonne unter „Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle“ erfasst werden. Die Basisdaten sind ab dem Berichtsjahr 2006 in der GENESIS-Online Datenbank verfügbar und bieten wertvolle Einblicke in das Abfallaufkommen und die Abfallentsorgung in Deutschland (Source 3).