In der heutigen Zeit wird das Abheben von Bargeld am Geldautomaten für viele Menschen zur alltäglichen Routine. Doch während wir uns auf diese Technologie verlassen, lauern unsichtbare Fallen, die von Betrügern installiert werden. Die Gefahren sind vielfältig und reichen von Skimming, bei dem unsere Kartendaten unbemerkt ausgelesen werden, bis hin zu Methoden wie dem Lebanese Loop, bei dem unsere Karte gefangen genommen wird. In Groß-Gerau und anderen deutschen Städten sind solche Betrugsmaschen ein ernstzunehmendes Problem, das es zu bekämpfen gilt.

Betrüger rüsten Geldautomaten mit unsichtbaren Fallen aus, um ahnungslose Nutzer zu überlisten. Vor dem Abheben am Automaten sollten wir daher besonders wachsam sein. Wichtige Schutzmaßnahmen umfassen das Überprüfen des Ausgabeschachts und des Kartenschlitzes auf Veränderungen. Besonders perfide sind die Methoden zur PIN-Ausspähung: Minikameras können über der Tastatur angebracht oder gefälschte Tastaturaufsätze verwendet werden, um unsere Eingaben zu erfassen. Zudem zielen kriminelle Banden darauf ab, durch Ablenkung unsere Karten gegen Fälschungen auszutauschen. Ein tragisches Beispiel ist eine Seniorin aus Nauheim, die durch diese Masche mehrere tausend Euro verlor.

Lebanese Loop und seine Gefahren

Eine besonders bedrohliche Technik ist der sogenannte Lebanese Loop. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Gerät, das den Kartenschlitz des Geldautomaten blockiert und den Eindruck erweckt, die Karte sei einbehalten worden. Während der Nutzer denkt, der Automat sei defekt, kann der Betrüger in Ruhe die Karte entwenden. Diese Methode wurde vor allem von libanesischen Kriminellen populär gemacht, hat sich jedoch international verbreitet.

Die Konstruktion eines Lebanese Loop ist denkbar einfach und erfordert weniger technisches Geschick als andere Betrugsarten wie das Skimming. Oftmals werden Materialien wie Videokassettenbänder verwendet, die mit doppelseitigem Klebeband am Automaten befestigt sind. Wenn das Opfer seine Karte einführt, wird diese festgehalten, während der Automat versucht, sie auszugeben. Der Betrüger kann die PIN des Opfers durch „Shoulder Surfing“ oder durch vorgetäuschte Hilfe erlangen. Nach dem Verlassen des Opfers kann er die Schleife und die gefangene Karte abholen und mit der gestohlenen PIN Geld abheben.

Schutzmaßnahmen und Verhalten im Ernstfall

Um sich gegen solche Betrugsmaschen zu wappnen, sollten Nutzer einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachten. Es empfiehlt sich, das ATM-Umfeld genau zu beobachten und ATMs zu meiden, wenn sich fremde Personen in der Nähe aufhalten. Zudem sollten wir beim Eingeben der PIN darauf achten, dass niemand über die Schulter schaut. Bei Verdacht auf Manipulation ist es ratsam, keine fremden Ratschläge anzunehmen, sondern umgehend die Bank zu kontaktieren oder die Karte unter der Nummer 116 116 zu sperren.

Die Polizei warnt auch davor, manipulierte Kartenlesegeräte zu ignorieren. Diese können optisch an das Modell des Geldautomaten angepasst sein und Daten auslesen, ohne dass der Automat selbst beeinträchtigt wird. Es ist daher ratsam, die Karte direkt nach der Ausgabe ins Portemonnaie zu stecken und im Ernstfall schnell zu handeln: Über die genannte Nummer die Karte sperren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Finanzinstitute erstatten in der Regel gestohlene Beträge zurück, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Es ist jedoch wichtig, die eigene Wachsamkeit zu schärfen und sich der verschiedenen Methoden bewusst zu sein, die Betrüger nutzen, um an unsere Daten zu gelangen. So können wir uns und unser Geld besser schützen und die Gefahren am Geldautomaten minimieren.

Für weitere Informationen und Tipps zum Schutz vor Betrug an Geldautomaten empfehlen wir einen Blick auf die Webseite der Polizei.