In Hessen ist die Blauzungenkrankheit (Serotyp 8, BTV8) ausgebrochen, und das hat fatale Folgen für die Region. Der Erreger wurde bei einem Rind im Landkreis Bergstraße nachgewiesen, wie die LomaZoma berichtet. Umgehend wurde fast ganz Hessen in eine Sperrzone umgewandelt, die auf einem festgelegten Radius von mindestens 150 Kilometern basiert. Damit sind die meisten hessischen Landkreise, mit Ausnahme von Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis, direkt betroffen. Besonders kritisch ist die Lage für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda, die teilweise zur Sperrzone gehören.
Die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit, die zuvor auch in Rheinland-Pfalz entdeckt wurde, hat dazu geführt, dass strenge Auflagen für Tierhalter beschrieben wurden. Diese gelten insbesondere für den Verkehr von Rindern, Schafen und Ziegen. Während innerhalb der Sperrzone der Handel mit Tieren weiterhin möglich ist, stehen die Tierhalter vor erheblichen Anforderungen. So müssen Tiere entweder vollständig gegen BTV-8 geimpft oder sie müssen negative PCR-Tests vorweisen können. Für Jungtiere unter 90 Tagen gelten detaillierte Regeln zum Impfstatus der Muttertiere.
Auflagen und wirtschaftliche Herausforderungen
Das Landwirtschaftsministerium hat bereits empfohlene Impfungen gegen mehrere Serotypen veröffentlicht. Entsprechend der Angaben von Tagesschau sind in Hessen bis jetzt rund 173.000 Rinder, 83.000 Schafe und 4.400 Ziegen gegen BTV3 geimpft. Die Herausforderungen für die Landwirte sind nicht zu unterschätzen: Neben Verzögerungen beim Verkauf und zusätzlichen Kosten für tierärztliche Untersuchungen müssen sie sich auch mit möglichen Einschränkungen im überregionalen Handel auseinandersetzen.
Die Übertragung des Virus erfolgt über blutsaugende Stechmücken der Gattung „Culicoides“ – auch als Gnitzen bekannt. Von der Krankheit am meisten betroffen sind Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas und Alpakas. Sollte es bei den Tieren zu Symptomen wie hohem Fieber, Appetitlosigkeit, geschwollener Zunge oder Lahmheiten kommen, raten Experten, unverzüglich den Hoftierarzt zu kontaktieren. Im schlimmsten Fall kann die Infektion tödlich enden.
Zukünftige Entwicklungen und Prognosen
Die Lage ist angespannt, und die Experten haben bereits befürchtet, dass sich das Virus besonders in den kommenden Sommermonaten weiter ausbreiten könnte. Bereits jetzt zieht die BMLEH die alarmierenden Schlussfolgerungen: Die Blauzungenkrankheit hat in der Vergangenheit in Deutschland massive Wellen geschlagen, und die aktuellen Zahlen deuten auf ein ähnliches Szenario hin. Seuchenbekämpfung und kontinuierliche Impfungen sind daher die dringendsten Aufgaben der Tierhalter in der Region.
Die Verantwortlichen in Hessen raten Tierhaltern dringend, sich auf eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus einzustellen und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die Verantwortung liegt klar bei den Tierhaltern, die für die Gesundheit ihrer Tiere ebenso wie für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sorgen müssen. Nur so können die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen dieser gefährlichen Seuche eingedämmt werden.