Am 12. Februar 2026 fand in der Göbel Hotels Arena in Rotenburg die Mitgliederversammlung der Volksbank Mittelhessen statt, die rund 1.000 Teilnehmer anzog. In dieser Veranstaltung stellte der Vorstand das vorläufige Jahresergebnis für das Jahr 2025 vor. Besonders beeindruckend war die Bilanzsumme der Volksbank Mittelhessen, die auf 14,2 Milliarden Euro anstieg, gegenüber 11,6 Milliarden Euro im Jahr 2024. Ein weiteres positives Zeichen war das Kundeneinlagenvolumen, das zum Stichtag 11,8 Milliarden Euro betrug. Das Kundendepotvolumen stieg um 353 Millionen Euro auf knapp 1,98 Milliarden Euro und im Jahr 2025 wurden neue Kredite in Höhe von 1,6 Milliarden Euro vergeben. Damit lag das gesamte Kreditvolumen zum Jahresende bei 9,2 Milliarden Euro.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung belief sich auf 173 Millionen Euro, nach Bewertung auf 119 Millionen Euro. Der Vorstand schlug eine Dividende von 5,5 Prozent für die 223.529 Mitglieder vor. Darüber hinaus engagiert sich der VR-Bankverein aktiv in der regionalen Entwicklung, unter anderem durch Wohnprojekte und die Unterstützung eines Gesundheitszentrums. Zu den bemerkenswerten Initiativen gehören 20 Mehrfamilienhäuser für Mitglieder des VR-Bankvereins sowie die Projekte Restaurant Timberjacks und Erlebniswelt BattleKart. Mitglieder profitieren zudem von Angeboten wie MeinKartenVorteil und MeinPlus Cashback.
Fusionen und ihre Bedeutung
Ein zentraler Punkt der Versammlung war die Fusion von fünf genossenschaftlichen Partnern, darunter die VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg. Diese Fusion wird als Teil eines größeren Trends in der Bankenlandschaft betrachtet, insbesondere bei Regionalbanken. So wurde kürzlich auch die Fusion zwischen der Volksbank Mittelhessen und der Raiffeisenbank im Hochtaunus beschlossen. Die Vertreterversammlungen beider Banken stimmten der Fusion mit überwältigender Mehrheit zu: 95,9 Prozent der Vertreter der Raiffeisenbank und 98,6 Prozent der Volksbank Mittelhessen. Diese Fusion tritt rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft, während die technische Zusammenführung der IT-Systeme für Ende November 2025 geplant ist.
Die Gründe für diese Fusion sind vielschichtig. Hintergrund ist die Schieflage der Raiffeisenbank, die aufgrund von Verlusten bei Immobilienkrediten Unterstützung in Höhe von 440 Millionen Euro durch die Sicherungseinrichtung des BVR benötigt. Im Jahr 2024 beliefen sich die Verluste der Raiffeisenbank auf über 500 Millionen Euro. Die Fusion soll nicht nur helfen, diese Verluste zu bewältigen, sondern auch eine Rückkehr zur klassischen Privat- und Firmenkundengeschäft ermöglichen. Der Standort Bad Homburg bleibt erhalten, und das Private Banking der Volksbank Mittelhessen wird im Hochtaunuskreis verfügbar sein.
Herausforderungen und Chancen
Die Fusionen von Banken sind in Deutschland ein wichtiges Thema, da Regionalbanken vor sich verändernden Herausforderungen stehen. Laut einer Studie von Deloitte sind Fusionen eine mögliche Lösung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Dienstleistungen zu verbessern. In den letzten zehn Jahren haben sich Genossenschaftsbanken stärker zusammengeschlossen als die Sparkassen-Finanzgruppe. Besonders kleine und mittlere Institute haben häufig fusioniert. Die Gründe für solche Fusionen haben sich dabei gewandelt: Früher waren es sinkende Erträge und steigende Kosten, heute geht es vor allem um die Verbesserung von Kundendienstleistungen und die Anwerbung qualifizierten Personals.
Erfolgreiche Fusionen erfordern eine sorgfältige Planung und strukturierte Gestaltung des Fusionsprozesses. Eine umfassende Due-Diligence-Prüfung, die Integration der Mitarbeitenden und klare Verantwortlichkeiten sind entscheidend, um Reibungsverluste zu vermeiden. In Anbetracht der Herausforderungen, die mit firmenkulturellen Unterschieden einhergehen, ist eine transparente Kommunikation unerlässlich. Die Volksbank Mittelhessen und ihr Vorstand zeigen sich optimistisch, dass sie diesen Prozess erfolgreich gestalten können und der Name sowie der Hauptsitz in Gießen erhalten bleiben.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und den aktuellen Entwicklungen in der Bankenlandschaft besuchen Sie bitte die Artikel auf Osthessen News, Private Banking Magazin und Deloitte.