In Baunatal gibt es frischen Wind in der kirchlichen Landschaft: Anita Günther, 31 Jahre alt, hat die Position der neuen Pfarrerin für Rengershausen und Guntershausen übernommen. Sie stammt aus Sankt Augustin bei Bonn und hat Theologie in Marburg studiert. Nach ihrer ersten Station in Wellerode ist sie nun mit ihrem Mann, Sebastian Bauer, und ihrer 14 Monate alten Tochter ins Pfarrhaus in Lohfelden neben der Crumbacher Kirche gezogen. Günther ist die sechste Pfarrerin im Team der neuen Kirchengroßgemeinde Baunatal und bringt frische Ideen und Engagement mit, um die Dorfgemeinschaft zu stärken.

Ein zentraler Aspekt von Günthers Arbeit wird sein, die Kirche sichtbarer zu machen und vielfältige Angebote zu schaffen. Sie möchte die Dorfgemeinschaft aktiv in das kirchliche Leben einbinden und plant Kooperationen mit lokalen Vereinen. So könnten Gottesdienste beispielsweise in einem Feuerwehrgerätehaus oder auf einem Bauernhof stattfinden. Diese innovative Herangehensweise ist besonders wichtig, da die Kirchengemeinden Baunatals zu einer Großgemeinde verschmolzen wurden, was einen Umbruch mit sich bringt. Günther sieht im Verkauf des Pfarrhauses und des Gemeindezentrums in Rengershausen Chancen für die kirchliche Arbeit, die nicht an einen festen Ort gebunden ist.

Gemeinsamkeiten und Herausforderungen im Team

Günther hat sich bereits mit aktiven Mitgliedern der kirchlichen Arbeit in Guntershausen und Rengershausen bekannt gemacht und legt besonderen Wert auf die Jugendarbeit. In Vorbereitung ist ein Konfirmanden-Projekt mit der Märchenbäckerei Dittmar, und die Gethsemane-Kirche in Altenbauna wird als zentraler Veranstaltungsort für die Jugendarbeit betrachtet. Der Vorstellungsgottesdienst findet am Sonntag, 15. Februar, ab 14 Uhr in der Kirche von Guntershausen statt, gefolgt von einem Imbiss und Gesprächen im Gemeindesaal.

Die Herausforderungen, vor denen die Kirche steht, sind nicht zu unterschätzen. Günther ist sich des Trends zu Kirchenaustritten bewusst und sieht, dass sie dies nicht allein aufhalten kann. Dennoch ist sie optimistisch und möchte alle Generationen in den Gemeindealltag einbinden sowie Traditionen bewahren, während sie neue Angebote entwickelt. Die Zusammenarbeit im Team der Pfarrer ist auch entscheidend: Regiolokale Aufgaben werden gemeinsam verantwortet, was in großen Kirchengemeinden bereits etabliert ist. Ein verlässlicher Rahmen, gute Absprachen und transparente Kommunikation mit der Gemeinde sind essenziell für das Funktionieren dieser Teams.

Integration in die Gemeinschaft

Die Idee der Multiprofessionalität spielt ebenfalls eine Rolle in Günthers Ansatz. Pfarrpersonen arbeiten mit Kolleginnen aus anderen Professionen zusammen, um die Kirche vor Ort und in der Region als Heimat für Menschen zu gestalten. Dabei ist eine gemeinsame Haltung im Team wichtig, die Wertschätzung der Teamkolleginnen, Verantwortungsübernahme und gegenseitiges Vertrauen fördert. Dies bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die sich an den individuellen Gaben und Stärken der Teammitglieder orientiert.

Mit ihrer frischen Perspektive und dem Engagement, das sie in ihre neue Rolle einbringt, könnte Anita Günther der Dorfgemeinschaft in Baunatal nicht nur neue Impulse geben, sondern auch dazu beitragen, die Kirche als einen Ort der Begegnung und des Austausches zu stärken. Ihre Vision, die Kirche sichtbarer zu machen und vielfältige Angebote zu schaffen, könnte der Schlüssel dazu sein, die Menschen wieder näher zusammenzubringen und die Gemeinschaft zu beleben. Es bleibt abzuwarten, wie sich ihre Ideen und Projekte in den kommenden Monaten entwickeln werden.

Für weitere Informationen über die Kirchengemeinde Baunatal und ihre Angebote können Interessierte das lokale Wissenschaftsmagazin oder die offizielle Website der Kirchengemeinde besuchen.